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ST. PÖLTEN. Die im März beschlossene Novelle des Tierschutzgesetzes enthält unter anderem ein Verbot privater Tierinserate auf Online-Plattformen. In einem Leserbrief tat eine Tips-Leserin ihren Unmut über diesen und weitere Punkte der Novelle kund.

Tierheimleiter Davor Stojanovic mit seinem Hund Idefix. Stojanovic schlägt vor, dass das neue Gesetz überdacht werden sollte. Foto: Thomas Lettner

Zwar sei der illegale Welpenhandel über das Internet sicher ein großes Problem, das Verbot für Privatpersonen sei jedoch keine Lösung und würde eine massive Verschlechterung für die Tiere bewirken, heißt es in dem Brief. Für viele Tiere werde ein unkomplizierter Weg zu einem neuen Zuhause zerstört, weshalb sie letztendlich in Tierheime abgeschoben, gar ausgesetzt oder ermordet werden würden. Schlimmstenfalls würden sie in Tierabfallkadaverbehältern landen.

Gesetz solle nicht für Privatpersonen gelten

„Mit der Novelle will man vor allem die Geschäftemacherei mit Hunden unterbinden. Im Internet werden hunderte Hunde hauptsächlich aus den Todeslagern in Osteuropa angeboten, wo sie unter schlechtesten Bedingungen gehalten werden“, berichtet Davor Stojanovic, Leiter des Tierheims St. Pölten. Obwohl er der Meinung ist, dass dem im großen Stil betriebenen Tierhandel mit der Novelle ein Riegel vorgeschoben wird, schlägt Stojanovic vor, das neue Gesetz zu überdenken. Privatpersonen soll weiterhin erlaubt sein, ihre Tiere im Internet anzubieten, ohne zwangsläufig Tierheime belasten zu müssen. Auch Tierschutzvereine, denen wirklich das Wohl der Tiere am Herzen liegt, würden zu kurz kommen.

Auf die EU gehört Druck ausgeübt

Stojanovic sieht in der Novelle aber auch Vorteile. Die Menschen müssten sich, da sie die Tiere nachher ja nicht mehr online weiterkaufen dürfen, schon im Vorhinein darüber Gedanken machen, was es heißt, sich ein Tier anzuschaffen. „Man muss sich schon im Klaren sein, dass ein Bernhardiner einfach nicht in eine Wohnung passt, und sich auch gut überlegen, ob man genug Zeit und Geld für ein Tier hat.“ Außerdem müsse jetzt, um für eine nachhaltige Lösung zu sorgen, mehr Druck auf die EU ausgeübt werden. Diese solle dafür sorgen, dass die Todeslager in osteuropäischen Ländern geschlossen und dort Tierheime auf westeuropäischem Standard errichtet werden.

Politik sollte sich von Experten beraten lassen

Stojanovic hält die Novelle des Tierschutzgesetzes zwar für einen Schritt in die richtige Richtung, wünscht sich aber vonseiten der Politik, dass sie neben den neuen Bestimmungen zum Online-Verkauf auch noch andere Punkte der Novelle überdenkt. Die Bestimmungen bezüglich der Zucht von Fasanen für die Jagd sollten komplett neu geregelt werden, schwammig definiert sei auch die Katzenzucht. Nicht geregelt worden sei der Verkauf von Tieren in Zoohandlungen. „Katzen und Hunde werden aus dem Ausland angeschafft und wie ein Schuh in die Auslage gestellt. Der Gesetzgeber lässt das weiter zu“, sagt er wenig erfreut. Überhaupt sollte die Politik Gesetze nicht einfach von oben herab beschließen, sondern Tierschutzvereine zur Beratung miteinbinden.


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