Junger St. Pöltner betreut Kinder und Jugendliche als Tagesvater
ST. PÖLTEN. Markus Grießler aus St. Pölten hat einen für Männer ungewöhnlichen Job. Der 24-Jährige ist nämlich Tagesvater und betreut Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 15 Jahren.

Grießler kommt ursprünglich aus dem technischen Bereich. 2012 maturierte er an der HTL St. Pölten und studierte danach Informatik in Wien. Heuer im März begann Grießler als Quereinsteiger die dreimonatige Ausbildung zum Tagesvater bei der Caritas St. Pölten. Auf die Idee, in den Sozialbereich zu wechseln, kam er durch seine zwei kleinen Neffen. „Wenn man mit Kindern spielt, ist alles natürlich und nicht so gestellt wie bei den Erwachsenen. Kinder zeigen ihre Emotionen und man weiß immer, wie man dran ist“, erklärt er.
Umfangreiche Ausbildung
Die Ausbildung zum Tagesvater beziehungsweise zur Tagesmutter ist stark frauendominiert und umfasst neben viel Theorie insgesamt drei Praxisblöcke. In der Theorie werden unter anderem Grundlagen in Entwicklungspsychologie und Pädagogik sowie Lehrfächer wie Elternarbeit, Konfliktmanagement, Erste Hilfe oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen vermittelt. In zwei seiner Praktika begleitete Grießler zwei Tagesmütter für jeweils zehn Einheiten. Am Ende der Ausbildung folgte noch ein Praxisblock, bei dem er alleine Kinder betreute.
Spaß und Verantwortung
Da er selbst sehr naturverbunden ist, geht Grießler gern mit den Kindern ins Freie zum Fußballspielen oder Radfahren. Auch Musizieren ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Was schön und einfach klingt, hat aber auch seine Schattenseiten. „Man hat hundertprozentige Aufsichtspflicht über die Kinder und somit eine große Verantwortung“, so Grießler. Außerdem verlangt der Job Kreativität, Organisationsvermögen und Durchsetzungskraft.
Weitere Ausbildung geplant
Da seine Wohnung in St. Pölten zu klein ist, fährt Grießler direkt zu den Familien. Das ist bei Tagesmüttern oder Tagesvätern nicht der Regelfall, denn meistens werden die Kinder in den eigenen vier Wänden betreut. Rückmeldungen hat Grießler bisher nur gute bekommen. „Die Kinder haben im Kindergarten und in der Volksschule hauptsächlich mit Frauen zu tun. Als Tagesvater wird man daher von den Kindern sehr geschätzt“, berichtet er. Die Ausbildung sei auch von hohem Nutzen, wenn man selber einmal Kinder hat. „Außerdem kommt es bei den Mädchen sehr gut an, wenn man sagt, dass man ausgebildeter Tagesvater ist“, fügt Grießler mit einem Augenzwinkern hinzu. Im Herbst will er ein Studium zum Volksschullehrer oder als Sozialpädagoge beginnen. Nebenbei möchte er als Tagesvater arbeiten und seine Erfahrungen ins Studium miteinfließen lassen.


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