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Niederösterreicher werfen jährlich 30.000 Tonnen Lebensmittel in den Müll

Thomas Lettner, 18.12.2017 12:24

NÖ. 30.000 Tonnen genießbare Lebensmittel landen jedes Jahr in Niederösterreich im Abfall. Die Dunkelziffer liegt sogar noch höher. Stephan Pernkopf, Landesrat für Landwirtschaft und Umwelt (ÖVP), fordert die Bevölkerung daher zu einem Umdenken auf.

(v.l.) Karl Auer, Obmann-Stellvertreter vom NÖ Gemüseverband, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Caritas Präsident Michael Landau und Hannes Ziselberger, Direktor der Caritas St. Pölten Foto: NLK Filzwieser

Mit den in NÖ weggeworfenen 30.000 Tonnen an Lebensmitteln könnte eine Stadt mit 100.000 Einwohner ein ganzes Jahr lang ernährt werden. 3300 Tonnen davon sind Fleisch, Wurst und Fisch. Österreichweit sind es sogar 160.000 Tonnen, die weggeworfen werden. Ein durchschnittlicher Haushalt wirft jährlich genussfähige Lebensmittel im Wert von 300 Euro in den Mistkübel.

Die weggeworfenen Lebensmittel setzen sich zusammen aus:

  • Brot, Süß- und Backwaren: 28 Prozent
  • Obst und Gemüse: 27 Prozent
  • Sonstiges: 22 Prozent
  • Milchprodukte und Eier: 12 Prozent
  • Fleisch, Wurst und Fisch: 11 Prozent

Weg von der Wegwerfgesellschaft

Pernkopf führt die Lebensmittelverschwendung einerseits auf ein geringes Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung als auch auf die zunehmende Anzahl von Singlehaushalten zurück. Lebensmittel wegzuwerfen sei nicht nur eine Energieverschwendung und Umweltverschmutzung, sondern auch Zeichen mangelnder Wertschätzung der bäuerlichen Produkte. „Wir müssen von einer Wegwerfgesellschaft zu einer verantwortungsbewussten Gesellschaft werden“, sagte der Landeshauptfrau-Stellvertreter.

Frisches Gemüse für Armutsbetroffene

Gemeinsam mit der Caritas startet der NÖ Gemüsebauverband ab sofort ein Projekt zur Weitergabe von regionalem und saisonalem Gemüse an armutsbetroffene Personen. Das Gemüse wird in den Le+O (Lebensmittel und Orientierung)-Ausgabestellen in 16 Pfarren in Niederösterreich und Wien ausgegeben. Die Personen erhalten dort Reis, Zucker, Teigwaren und Konserven, aber auch Hygieneartikel, Windeln, Waschpulver und künftig auch frisches Gemüse von niederösterreichischen Bauern.


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