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ST. PÖLTEN. Mit sensationellen 4767 Punkten stellte Fünfkämpferin Ivona Dadic von der Sportunion St. Pölten bei der Hallen- Europameisterschaft in Belgrad (Serbien) nicht nur einen neuen österreichischen Rekord auf, sondern holte auch die erste Hallen-EM-Medaille seit Madrid 2005. Tips traf die 23-jährige Neo-St. Pöltnerin zum Interview.

  1 / 3   Mitarbeiter des Sportzentrums NÖ gratulierten Ivona Dadic (rechts neben ihr Trainer Philipp Unfried) an ihrem ersten Trainingstag nach der Europameisterschaft. Fotos: Thomas Lettner

„Was mir in Belgrad gelungen ist, war ein Wahnsinn, nicht nur weil ich Silber gewonnen habe, sondern auch weil die Punkteanzahl so hoch war. Es macht mich unglaublich stolz, dass ich nach schwierigen Zeiten stärker zurückgekommen bin als je zuvor“, sagte Dadic. Dass sie nach zwölf Jahren die erste Medaille für Österreich bei einer Hallen-EM gewonnen hatte, war ihr anfangs gar nicht bewusst. „Es ist mir eine große Ehre. Ich habe gezeigt, dass Österreich vorne dabei sein kann“, so die gebürtige Welserin. Lob gab es natürlich auch von Trainer Philipp Unfried, mit dem sie seit zweieinhalb Jahren trainiert: „Die Stärke von Ivi ist, dass sie keine wirkliche Schwäche hat. Sie ist in allen sieben und in der Halle in allen fünf Disziplinen sehr gut. Auch mental ist sie sehr stark. Wenn es drauf angekommen ist, hat sie immer ihre Leistung gebracht, egal wie groß der Wettkampf war.“

Tasse Tee im Wellenstein

Nach ihrer Rückkehr aus Serbien gab es für Dadic einen großen Empfang im St. Pöltner Szene-Lokal Fliegerbräu. Nur einen Tag später stieg sie bereits wieder in den Trainingsalltag im Sportzentrum Niederösterreich ein. Die Tochter bosnischer Kroaten trainiert hier von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr, mittwochs geht es zum Hochsprung-Training in die Südstadt. Bevor sie zur Sportunion St. Pölten ging, lebte sie zweieinhalb Jahre in England. Dort wurde sie von Toni Minichiello, der auch die Olympiasiegerin von 2012, Jessica Ennis-Hill, betreut, trainiert. In der niederösterreichischen Landeshauptstadt fühlt sich Dadic mittlerweile sehr wohl. Seit Jänner wohnt sie in der Eybnerstraße, manchmal trinkt sie in der knappen Freizeit einen Tee im Café Palais Wellenstein in der Innenstadt. Am Wochenende geht es per Auto zu den Eltern nach Wels oder zu Freund Dario nach Steyr, der bis vor kurzem beim Regionalligisten SK Vorwärts spielte.

Zukunftsziel Olympia 2024

Die Vorbereitungen für die nächsten Bewerbe laufen bereits. Ende Mai steht das Hypomeeting in Götzis (Vorarlberg) am Programm, fix qualifiziert ist Dadic bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften Anfang August in London. Ein weiterer Siebenkampf findet darauf in Toulouse (Frankreich) statt. Besonders groß ist nicht nur die Vorfreude auf die WM, sondern auch auf die nächsten Olympischen Sommerspiele 2020 in Japan. Diese sollen aber nicht die letzten in der Karriere der Ivona Dadic sein. „Mit 26 bis 29 ist man als Siebenkämpferin im besten Alter, weil man da schon viel Erfahrung gesammelt hat. Da gehen sich bei mir auch noch die Olympischen Spiele 2024 aus“, ist die Athletin sicher.


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