"Es tut weh" - VP-Ladies aus NÖ bekunden Schmerzgefühle Richtung VP-Oberösterreich
ST. PÖLTEN. Doris Schmidl und Bettina Rausch, die beiden schwarzen Vertreterinnen des Bezirks St. Pölten im Landtag, verstehen die Welt nicht mehr. „Es ist unverständlich, dass in der oberösterreichischen Landesregierung keine Frau vertreten ist“, sind sich beide einig. „Das tut weh!“, bringt es Schmidl auf den Punkt. Aber auch die Männer der schwarzen Bezirksspitze zeigen sich irritiert.

Die aus der oberösterreichischen Regierung scheidende VP-Landesrätin Doris Hummer sei „kompetent gewesen und höchst erfahren“, loben Schmidl und Rausch die vom oberösterreichischen VP-Parteivorstand nicht mehr für ein Regierungsamt Nominierte und im schwarzen Spitzen-Gremium Abgewählte.
„Hummer hat in den letzten Jahren doch eine super Arbeit geleistet“, so Schmidl. Rausch berichtet aus ihrer eigenen Erfahrung mit Hummer: „Ich kenne Doris gut, da ich mit ihr, Sebastian Kurz und Lukas Mandl im Regierungsverhandlungsteam (auf Bundesebene, Anm.) für Familie und Jugend war. Da lernte ich ihre Kompetenz kennen und schätzen. Sie war ja auch nicht nur Familien- und Jugendlandesrätin sondern auch schon Wirtschaftslandesrätin und hat viele Ideen eingebracht.“ Und schließlich habe sie ja in ihrer Funktion als Landesrätin nicht nur für Frauen gearbeitet, meinen die beiden unisono am Rande einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten des VP-Landtagsklubs im Regierungsviertel der NÖ-Landeshauptstadt.
„Frauenanteil nicht berücksichtigt“
„Dass man es nicht schafft, mit einem fast schon 50-prozentigen Frauenanteil im OÖ-Landtagsklub eine Frau für die Landesregierung zu nominieren, ist arg“, bringt auch St. Pöltens Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch sein Erstaunen zum Ausdruck. Da sei aber nicht der Landtagsklub und die Mandatare schuld, sondern „leider das System“. Überhaupt sei es „ein Jammer“, dass auch „von den anderen Parteien in der Landesregierung keine Frauen an der Front sind“.
Adl: „Befremdlich“
Auch St. Pöltens schwarzer Vizebürgermeister Matthias Adl ärgert sich: „Ich finde es – bei wirklich aller Wertschätzung für LH Pühringer - befremdlich, wenn er sinngemäß meinte, dass der Bauernbund bei der Nominierung von Vertretern für die Landesregierung dasselbe Recht habe, wie die Frauenorganisationen“. Man müsse das von einem differenzierteren Blickwinkel betrachten. “Da herrscht doch ein Irrtum vor!“, meint der Vizebürgermeister, „die Gruppe der Landwirte und der Bauernbund besteht ja nicht nur aus Männern, da gibt es viele kompetente Frauen! Warum schaffte man es in Oberösterreich nicht, eine Bäuerin (seitens des Bauernbundes, Anm.) zu nominieren“. Schmidl pflichtet Adl bei: „48 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe werden bereits von Frauen geleitet“. Demnach seien die Frauen in der politischen Vertretung „völlig unterrepräsentiert“.
>> Video von der Bilanzpressekonferenz der VP-ST. Pölten / Weiterers folgt
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