Geteilte Meinungen über Van der Bellens Sieg
ST. PÖLTEN. Alexander Van der Bellen ist seit gestern neuer Präsident von Österreich. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) gratulierte, aber auch FP-Stadtparteiobmann Klaus Otzelberger zeigt sich nicht enttäuscht über die Niederlage von Norbert Hofer.

„Ich freue mich, dass die Wähler sich mehrheitlich für Alexander Van der Bellen entschieden haben – er ist für mich ein Garant dafür, dass das Verbindende und Menschliche in unserer Gesellschaft Platz behalten wird.“ Denn Van der Bellen fühle sich den Menschenrechten, der Verfassung und der Demokratie verpflichtet, sagt Stadler. Dennoch sei das knappe Wahlergebnis für Van der Bellen als „Schuss vor den Bug“ für das gesellschaftliche System zu werten. Für uns als SPÖ Niederösterreich sei FPÖ-Kandidat Hofer, ein bekennender und praktizierender Burschenschafter, der sich nicht zur Österreichischen Nation und damit nicht zur Republik Österreich bekennt, nicht wählbar gewesen, sagt Stadler: „Die politischen Positionen, die Hofer und seine Strache-FPÖ vertreten, sind mit unseren Werten und Haltungen unvereinbar.“
Burschenschafter bekennen sich zu Österreich
„Wir Freiheitlichen sind ganz alleine gegen alle Parteien angetreten, und viele Medien haben gegen uns gearbeitet. Darum ist es ein tolles Ergebnis, dass wir fast die Hälfte der Österreicher auf unserer Seite haben“, sagte Otzelberger. Van der Bellen würde die Zuwanderung und Islamisierung zwar vorantreiben, die FPÖ könne jetzt aber zeigen, dass sie die einzige Oppositionskraft sind. Den Vorwurf, Norbert Hofer könne als Burschenschafter schon von Grund auf nicht Bundespräsident von Österreich werden, da diese die Existenz Österreichs ablehnen, streitet Otzelberger ab. „Ich bin auch bei einer Burschenschaft (Markomannia St. Pölten), wir bekennen uns zu Österreich. Viele Burschenschafter verwenden die Farben schwarz-rot-gold, das hat aber nichts mit Deutschland zu tun. Das waren die Farben der Revolution 1848, die damals von den Burschenschaften mitgetragen wurden. Ich kenne keinen Burschenschafter, der sich nicht zur Republik Österreich bekennt. Ich bin ein ganz stolzer Österreicher.“ Zur Ankündigung Van der Bellens, keine blaue Regierung angeloben zu wollen, sagt Otzelberger: „Das ist demokratiepolitisch ein Wahnsinn und zeigt, dass er kein Demokratieverständnis hat, wenn er die stärkste Partei nicht angelobt. Von der Vorgehensweise her ist das wie bei einem Diktator. Man sollte die Mehrheit immer akzeptieren. Die Mehrheit hat ja auch Van der Bellen gewählt. Ich hoffe, wenn dann die FPÖ die Mehrheit hat, er auch die FPÖ angelobt.“


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