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Leserartikel Online Redaktion, 25.09.2017 16:03

ST. PÖLTEN, SCHEIBBS. Zwischen der FPÖ und ÖVP kam es im Zuge der jüngsten Landtagssitzung zu einem Eklat. Grund dafür war ein Zwischenruf von Landtagsabgeordnetem Anton Erber (ÖVP), während der Rede von Udo Landbauer (FPÖ).

FPÖ-Mann Gottfried Waldhäusl Foto: FPÖ NÖ
FPÖ-Mann Gottfried Waldhäusl Foto: FPÖ NÖ

„Für einen unglaublichen Eklat sorgte die ÖVP Niederösterreich in der heutigen Landtagssitzung“, poltert die FPÖ via Presseaussendung. Klubchef Gottfried Waldhäusl ist erzürnt: „Als sich unser Abgeordneter Landbauer am Rednerpult über seine Sorgen hinsichtlich der steigenden Anzahl von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in unserem Land Luft machte, zeigte Kurz-Mandatar Erber lautstark polternd sein wahres Gesicht: „Es wird dich schon keiner vergewaltigen“, so seine skandalöse, entlarvende Äußerung.“

„Weg mit den VP-Asyl-Samthandschuhen“

Mit der von der FPÖ Niederösterreich beantragten Aktuellen Stunde „Weg mit den VP-Asyl-Samthandschuhen – unsere Landsleute sind die wahren Opfer“ hatten, so Waldhäusl, „die Schwarz-Türkisen offenbar ihre liebe Not. Kollege Landbauer kritisierte die Zustände, wie sie Landeschefin Mikl-Leitner als gescheiterte Innenministerin und auch als Landeschefin verursacht hat. Etwa, dass mittlerweile jeden Tag im Durchschnitt zwei Frauen vergewaltigt werden. Und, dass diese grauslichen Sextäter meist mit bedingten Haftstrafen oder aber mit einem kurzen Aufenthalt in den heimischen Wellness-Häfen davon kommen.“

„Erwarte mir eine Entschuldigung“

Diese Rede dürfte ÖVP-Erber „veranlasst haben, sein wahres und schändliches Niveau zu zeigen: Als FPÖ-Landbauer meinte: „Ja, ich mache mir Sorgen und habe Angst…“, ließ sich Erber zu der skandalösen und untragbaren Bemerkung hinreißen. Schämen Sie sich in Grund und Boden“, reagiert Waldhäusl. „So geht die ÖVP Niederösterreich mit den Sorgen der Menschen um“, sein Nachsatz. „Ich erwarte von ÖVP-Erber eine öffentliche Entschuldigung für diese Aussage“, so Waldhäusl. „Bevor dies nicht passiert, will ich mit dieser Partei nichts zu tun haben“, lautet es in der Presseaussendung der FPÖ abschließend.

Erber: „Aussage mag missverständlich sein“

Landtagsabgeordneter Anton Erber (ÖVP) äußert sich gegenüber tips.at folgendermaßen: „Wahlkampfzeiten sind Wochen und Monate, in denen bei Politikern die Wogen hoch gehen. Wahlkampfzeiten sind aber auch Wochen und Monate, in denen manche Aussagen besonders schnell auf die Waagschale gelegt und künstlich Skandale und Entrüstung hervorgerufen werden. Bei der letzten Landtagssitzung nahm der freiheitliche Abgeordnete Udo Landbauer Stellung zu Migration und Einwanderung. In epischer Breite erzählte er, dass er Angst habe vor Gewalt und Vergewaltigung. Nicht um Frauen, Kinder, Schwache, nein, er selbst. Der stramme Recke, 31 Jahre, Schilehrer, MilAk-Absolvent, Burschenschafter, mimte also die Memme und stellt sich als potentielles Opfer von Einwanderern und Migranten dar. Mein Zwischenruf bei seiner Rede, dass er schon nicht vergewaltigt werden würde, mag missverständlich sein. Keinesfalls wollte ich damit aber Respektlosigkeit gegenüber Frauen und Vergewaltigungsopfern bringen, sondern ganz im Gegenteil: Wenn jemand, wie Herr Landbauer, sich selbst in eine Opferrolle hineinredet und auf eine Stufe stellt mit jenen Menschen, die tatsächlich Gefahr laufen, mit Pöbeleien, Gewalt oder sogar Vergewaltigung konfrontiert zu werden, dann ist das eine maßlose Respektlosigkeit und Anmaßung. Nicht er ist schutzbedürftig, sondern die Frauen, jungen Mädchen oder schwächeren Mitmenschen, die, berechtigt oder unberechtigt, tatsächlich mit Angst und Bange bei Cliquen von jungen Männern vorbei gehen müssen. Das ist tatsächlich ein Problem, weil Sicherheit hat auch viel mit dem Sicherheitsgefühl zu tun. Mein Zwischenruf mag falsch aufgefasst werden können. Aber diese Opferstilisierung von einzelnen Politikern zur Selbstdarstellung haben sich die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die tatsächlich Gefahr verspüren, einfach nicht verdient.“


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