Weißbuch "MEISTERschaft und MASTERship" gibt St. Pöltens Marschrichtung zur Bildungshauptstadt vor
ST. PÖLTEN. In der Bühne im Hof wurde vergangene Woche das Weißbuch Bildung „MEISTERschaft und MASTERship“ für die Landeshauptstadt präsentiert. Das Weißbuch wurde heuer im März von Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) in Auftrag gegeben. Für die Erstellung wurden Fragebögen an 72 Bildungseinrichtungen versandt, von denen 44 retourniert wurden. Die Rückmeldungen führten zu insgesamt 133 Gesprächen, von denen Originalzitate im Weißbuch enthalten sind.

„Die Vision des Weißbuchs ist, dass der Bildungsstandort St. Pölten über Niederösterreich hinaus als starker Integrator zwischen praktisch-fachhandwerklicher Ausbildung mit theoriezentrierter Bildung wahrgenommen und St. Pölten zur Bildungshauptstadt auch über die Landesgrenzen hinaus gemacht wird“, betont Josef Kolarz-Lakenbacher, der Bildungsbeauftragte St. Pöltens.
Bildungspfade müssen verknüpft werden
St. Pölten verfügt mit unter anderem 25 Kindergärten, 19 Volksschulen, elf Neuen Mittelschulen, einem Poytechnikum, verschiedenen Fachschulen, neun Höheren Schulen, einer Landesberufsschule, einer Musikschule, vier Hochschulen und sechs Einrichtungen in der Erwachsenenbildung über ein großflächiges Bildungs-Angebot. In St. Pölten werden die Bildungspfade Technik, Gesundheit und Soziales, Informatik, Wirtschaft, Umwelt, Naturwissenschaften und Agrar, Handwerk und Kreativität, Sprachen, Sport und Musik angeboten. Wichtig für den Stellenwert des Bildungsstandorts sei es, diese Bildungspfade zu verknüpfen und modularartig zu ergänzen.
Leitkompetenzen für die Zukunft des Bildungsstandorts
Im Weißbuch werden auch Leitkompetenzen definiert, die das Profil des Bildungsstandorts St. Pölten zukünftig formen werden. Zu den sechs Kern-Leitkompetenzen zählen die Bereiche „Bahntechnologie“ (unter anderem mit dem ÖBB Campus, Fachbetrieben und der Fachhochschule), „Gesundheit und Soziales“ (unter anderem Psychotherapie, Universitätsklinikum, Pflege und Betreuung), „Entrepreneurship“, „Regionale Medien“, „Bau und Technik 4.0“ sowie „Sicherheit“ (Polizeiausbildung, Militärkommando NÖ). Während die Bereiche Bahntechnolgie sowie Gesundheit und Soziales am weitesten fortgeschritten sind, stellen die übrigen noch Herausforderungen für die Zukunft dar. Besonders wichtig ist Kolarz-Lakenbacher, die angebotenen Ausbildungen internationaler zu gestalten. Wichtig seien auch ein Ausbau des Breitband-Internets und eine leichtere Erreichbarkeit der Bildungseinrichtungen mit dem öffentlichen Verkehr.
Taskforce Bildung erarbeitet Masterplan
Noch heuer wird eine Taskforce Bildung zusammengestellt. Diese besteht aus sechs bis zwölf Personen, die aus ihrem jeweiligen Fachbereich ihre Expertise einbringen. Im ersten Quartal 2018 wird es die Auftakt-Veranstaltung „WACHSTUM_aus_BILDUNG“ geben, bei der die Umsetzung des Masterplans vorgestellt wird. Darauf wird die Taskforce den Masterplan Bildung erarbeiten, der nach seiner Fertigstellung präsentiert wird.


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