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Lehre mit Matura: Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen als „lebenslange Chance“

Michaela Aichinger, 14.06.2018 09:40

ST. PÖLTEN. Das Fördermodell „Lehre mit Matura“ erfreut sich großer Beliebtheit. Auch immer mehr Unternehmen ermöglichen es ihren Lehrlingen, die Berufsreifeprüfung im Zuge der Lehrlingsausbildung zu absolvieren. Neu ist das Modell im Großraum St. Pölten, wo sich Unternehmen zu einer Arbeitsgruppe aus verschiedenen Branchen mit dem WIFI NÖ zu einem gemeinsamen Firmenmodell zusammengeschlossen haben. Die Ausbildung startet im September. Interessierte Unternehmen können noch einsteigen.

  1 / 2   Präsentierten Erfolgsmodell Lehre mit Matura: Gerhard Nachförg, Geschäftsführer GW St. Pölten, Peter Taschler, Leiter Lehrlingsausbildung Dormakaba, Maria Frank-Schlossnagl, Lehrlingscoach NÖGKK, Josef Krückl, EMC-Personalleiter, Martina Amler, Direktorin NÖGKK, Andreas Satzinger, WIFI-Produktmanager, Gottfried Wieland, WIFI-Kurator, Andreas Hartl, WIFI-Institutsleiter, Martin Lackner, Geschäftsführer XXXLutz und Dietmar Pfeiffer, Geschäftsführer Dormakaba. Foto: Gerald Lechner

Die österreichische Wirtschaft braucht für ihren Erfolg gut ausgebildete und motivierte Menschen. Um auch Lehrlingen den Abschluss der Berufsreifeprüfung ermöglichen zu können, wurde 2008 das Modell „Lehre mit Matura“ eingeführt, das in ganz Niederösterreich angeboten wird. „Die Einführung der Berufsreifeprüfung hat einen wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit der Bildungssysteme geleistet: Der Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen steht als lebenslange Chance offen“, betont WIFI-Institutsleiter Andreas Hartl bei einer Pressekonferenz. „Die Entscheidung, eine Lehre zu absolvieren, ist nun keine Einbahnstraße mehr.“

Unternehmen als Wegbereiter

Dass sich das Modell großer Beliebtheit erfreut, beweisen die Teilnehmerzahlen, die in den letzten Jahren rasant gestiegen sind. Größtes Hemmnis für eine Teilnahme außerhalb der Arbeitszeit ist jedoch die zusätzliche zeitliche Belastung neben der beruflichen Tätigkeit und zum Teil auch die Erreichbarkeit des Kursortes. Deshalb hat das WIFI Niederösterreich nun das Firmenmodell in St. Pölten gestartet.

Beteiligte Unternehmen

Fix dabei sind neben XXXLutz und EMC auch die NÖGKK, die Geschützte Werkstätte, NXP, Kika/Leiner und dormakaba in Herzogenburg. Die Unternehmen erkennen die Möglichkeit, ihren Lehrlingen eine fundierte Allgemeinbildung zusätzlich zu ihrer Fachausbildung zu ermöglichen. „Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie ihren Mitarbeitern den Weg zu Aus- und Weiterbildung ebnen“, weiß WIFI-Kurator Gottfried Wieland.

Wie funktioniert das Firmenmodell „Lehre mit Matura“?

Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch, Mathematik, einer lebenden Fremdsprache und einem Fachbereich wie etwa Betriebswirtschaft oder IT. Das WIFI bietet die Vorbereitungskurse an, die berufsbegleitend absolviert werden können und mindestens zwei Semester dauern. Lebendige und nachhaltige Lernmethoden nach dem neuen WIFI-Lernmodell LENA sollen dabei einen hohen Praxisbezug und große Effizienz gewährleisten: Denn Teilnehmer, die sich Know-how selbstständig und auf die für sie optimale Weise erarbeiten, können das frische Wissen sowohl bei den Prüfungen als auch im Beruf gekonnt umsetzen. Für Lehrlinge mit einem aufrechten Lehrvertrag ist die Berufsreifeprüfung de facto kostenlos, da der Bund die gesamten Kosten übernimmt. Interessierte Unternehmen aus dem St. Pöltner Raum können gerne noch einsteigen, Start ist im September 2018.

Ansprechpartner im WIFI NÖ:

Andreas Satzinger

Tel. 02742/890-2240

E-Mail: Andreas.Satzinger@noe.wifi.at


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