St. Valentin trauert um Sepp Oberaigner
ST. VALENTIN. Viele Freunde kamen zum Begräbnis des langjährigen St. Valentiner Stadtrates und Mesner der Pfarre St. Valentin.

Tief betroffen zeigt sich Pfarrer Hans Zarl in der Predigt: „Du warst ein Mitarbeiter der ersten Stunde. Wie gleich am Beginn meines Pfarrerseins 1989 unsere damalige Mesnerin verstorben ist, habe ich dich gefragt und du hast mir zugesagt, nach deiner Pensionierung 1990 den Mesnerdienst zu übernehmen. Lieber Sepp, du hast mir damals viele Sorgen abgenommen. Dich konnte ich um alles fragen. Du hast fast alle Leute gekannt. Du warst mehr, als nur ein Mesner. Oft warst du schon ein wenig Kaplan. Vor allem aber waren wir von Anfang an gute Freunde. Ja, ich möchte fast sagen: wir waren eine Familie.“
Ein Messner mit Herz
Oberaigner war ein Messner mit Herz, erzählt Zarl. Seine Faschingsspredigten sind legendär und „ich bin oft vor Neid erblasst. Denn wenn du gepredigt hast, war dir der Applaus sicher.“ Der St. Valentiner Pfarrer erinnert an die vielen Funktionen und Ehrungen Oberaigners: „Du hast den Liturgiekreis geleitet und durch viele Jahre hast du den Liedplan für die Gottesdienste erstellt.“ Für seine vielen Verdienste bekam er den Hippolytorden der Diözese St. Pölten verliehen. Außerdem erhielt er das Goldene Messnerabzeichen und das Goldene Kreuz der Pfarre St.Valentin.
Die Allgemeinheit im Auge
Josef Oberaigner wurde geboren am 11. Februar 1933 in Kürnberg. Er war das vierte von Zwölf Kindern, von Beruf bei der Post. Engagiert hat er sich auch im Gemeinderat und dann später als beliebter und geschätzter Stadtrat. Bei der Stadterhebung im Jahr 1981 wurden Sepp die Gemeindefinanzen in die Hände gelegt. Wer ihn gekannt hat, der weiß, dass er als „Sozial- und Finanzminister“ von St. Valentin in erster Linie die Allgemeinheit im Auge hatte.
Essen auf Rädern
Oberaigner hat die Aktion „Essen auf Rädern“ in St. Valentin ins Leben gerufen. Er war wegen seiner Loyalität und Handschlagqualität bei der Bevölkerung beliebt und geschätzt. Unter anderem war er bei unzähligen Bauverhandlungen dabei. Sein Motto war immer: „Ich verspreche nichts, was ich dann nicht halten kann.“ Er war den Anliegen der Menschen sehr zugetan.
Die Musik
Pfarrer Zarl erinnert an die vielen Hobbys Oberaigners: „Da ist einmal sein musikalisches Talent: 50 Jahre war er aktives Mitglied der Stadtkapelle von St. Valentin. Die Musik war ihm ganz wichtig. Er hat die neue Tracht mitfinanziert. Oberaigner hatte ein ganz besonderes Talent zum Dichten. Es gab in seinen besten Zeiten kaum ein gemütliches Beisammensein, wo er nicht ein passendes Gedicht parat gehabt hätte. Einen Teil seiner Mundartgedichte hat er in dem Buch 'Mostviertel, mei Hoamatlond' niedergeschrieben und mit dem Reingewinn unsere neue Orgel mitfinanziert.“


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