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Leserartikel Julia Karner, 05.03.2018 12:41

ST. VALENTIN/LINZ-LAND/LINZ. Im Rahmen des heurigen Gedenkjahres „Der Anschluss 1938“ waren die St. Valentiner Kamerafrau und Produzentin Martina Hechenberger und Filmemacher Thomas Hackl für eine ORFIII-Koproduktion unterwegs. Bei der Erstausstrahlung am Samstag, 10. März um 21 Uhr ist eine Dokumentation zu sehen, die informiert, erinnert und miterleben lässt.

  1 / 3   Die St. Valentinerin Martina Hechenberger beim Dreh über den Dächern von Braunau. Foto: Martina Hechenberger, MinaPictures

„In Linz begann's“ – Die Tage des Anschlusses Österreichs 1938 in Linz und Oberösterreich lautet der Titel der Dokumentation. Aus Anlass des 80-jährigen Gedenkjahres waren Thomas Hackl aus Kirchberg-Thening (Linz-Land) und Martina Hechenberger auf Spurensuche nach den Hintergründen dieser dramatischen Zeit. Historiker und Zeitzeugen geben Einblicke in die 30er-Jahre im Land ob der Enns. Die sozialen, politischen und persönlichen Umstände zeigen, wodurch der Anschluss ohne großen Widerstand möglich wurde. Die Erstausstrahlung auf ORF III erfolgt am 10. März um 21 Uhr. Die Premiere findet im Linzer Schlossmuseum am 8. März um 19 Uhr statt. Mit dabei sind Historiker und einige Zeitzeugen sowie der Zuständige von ORF III, Ernst Pohn.

Fotografie als verbindendes Element

„Ich arbeite seit 2013 immer wieder mit Thomas Hackl für verschiedene Dokus zusammen. Seine Schwerpunkte sind die Fotografie und die Geschichte der Fotografie. Er besitzt auch eine umfangreiche historische Sammlung und ist immer wieder Leihgeber für verschiedene Museen“, erzählt Hechenberger. „Die Fotografie ist also unser verbindendes Element. Wir haben uns an der Prager Fotoschule kennengelernt. Daraus ist eine gute Zusammenarbeit entstanden. Mein Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist das Filmemachen, bin also als Kamerafrau und Cutterin für die Gestaltung der Doku zuständig. Gemeinsam haben wir das Drehbuch geschrieben und die gesamte Produktion übernommen.“

Hechenberger und Hackl

Martina Hechenberger studierte Medientechnik und -design an der Fachhochschule Hagenberg und Zeitbasierte Medien an der Kunstuniversität in Linz. Seit 2005 arbeitet sie für verschiedenste Produktionen und Projekte in den Bereichen Film, Fotografie und Video. 2013 gründete sie ihre eigene Filmproduktion „MinaPictures“ und produzierte gemeinsam mit Thomas Hackl die Dokumentation „Erich Lessing – Der Photograph im Rückspiegel“. Der Theninger Thomas Hackl ist Lehrer für Fotografie sowie Kurator von diversen Ausstellungen: „Mein Interesse galt auch immer der Geschichte und den Geschichten von Zeitzeugen, da dadurch alles lebendiger und verständlicher wird. Mir ist es wichtig, die Gelegenheit zu nutzen, um mit Zeitzeugen über ihre Vergangenheit zu sprechen, um dadurch zu erfahren, wie es damals war und die historischen Fakten durch Lebenseinblicke zu ergänzen.“

„In Linz begann“s“

Am Abend des 11. März 1938 verabschiedete sich Bundeskanzler Kurz Schuschnigg via Radio mit den Worten „Gott schütze Österreich“. Deutsche Truppen standen zu dieser Zeit bereits an der Grenze zu Österreich, um am nächsten Morgen mit 40.000 Mann einzumarschieren – mit Panzer, Geschützen, Lastwägen und Pferden, begleitet von Fliegerstaffeln. In Österreich wurden die Truppen jedoch freundlich begrüßt und die Grenzbalken abmontiert. Erst um zirka 16 Uhr fuhr Adolf Hitler selbst mit einem offenen Wagen in seiner Geburtsstadt Braunau über die Grenze und wurde jubelnd empfangen, es wurde ein Triumphzug nach Linz. Die Verringerung der Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Aufschwung und Hoffnung auf ein besseres leben waren Motivation, sich dem Nazi-System anzupassen, einzugliedern und wegzuschauen...

Premiere im Linzer Schlossmuseum am 8. März um 19 Uhr

Erstausstrahlung auf ORF III am 10. März um 21 Uhr


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