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Juristin aus St. Valentin unterrichtet als Quereinsteigerin an der NMS St. Martin/Traun

Thomas Lettner, 13.01.2020 12:54

ST. VALENTIN/TRAUN. Beim Fellowprogramm der Bildungsinitiative „Teach for Austria“ werden Quereinsteiger aus verschiedenen Berufen – sogenannte „Fellows“ (dt. Kamerad, Kumpel) – zwei Jahre lang an Kindergärten und Schulen eingesetzt. Auch Juristin Klara Schnetzinger aus St. Valentin ist als Fellow tätig.

Klara Schnetzinger ist seit September 2019 an der NMS St. Martin/Traun tätig. Foto: David Blacher
  1 / 2   Klara Schnetzinger ist seit September 2019 an der NMS St. Martin/Traun tätig. Foto: David Blacher

„In keinem anderen EU-Land hängt der Bildungserfolg so stark vom sozioökonomischen Status und Bildungsniveau der Eltern ab wie in Österreich“, heißt es auf der Homepage von „Teach for Austria“. Das Fellowprogramm ermöglicht Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien, trotz ihrer Herkunft erfolgreiche Bildungswege gehen zu können.

Strenges Auswahlverfahren

Juristin Klara Schnetzinger aus St. Valentin unterrichtet seit September 2019 an der NMS St. Martin bei Traun Mathematik, Biologie/Umweltkunde und Sport. Der Großteil ihrer Schüler hat Migrationshintergrund beziehungsweise kommt aus sozial benachteiligten Familien. Um beim Fellowprogramm teilnehmen zu können, musste Schnetzinger ein strenges mehrstufiges Auswahlverfahren absolvieren.

Praxiserfahrung bei Sommerschule gesammelt

In einem Onlinecampus konnte sie Inhalte zu Klassenführung, Management mit Unterrichtsstörungen, Methodik, essentielle Bestandteile für einen erfolgreichen Übertritt und vieles mehr lernen. In einer sechswöchigen Sommerakademie – quasi einem „Lehrer-Bootcamp“ – bekam sie Wissen in Leadership, Didaktik, Schulrecht und Planung vermittelt und durfte Praxiserfahrung in einer Sommerschule sammeln.

Kein Ersatz für Lehrer

Während der beiden Jahre an der Schule wird Klara Schnetzinger durchgehend von einer Trainerin begleitet. Darüber hinaus finden regelmäßig Workshops zur Fortbildung statt. Fellows sieht sie nicht als Ersatz für normale Lehrer, sondern als Ergänzung an. „Beides hat Vor- und Nachteile. „Normale“ Lehrkräfte haben mehr Erfahrung und kennen sich besser im Unterrichten aus. Fellows haben Praxiserfahrung in verschiedensten Bereichen der Gesellschaft oder Wirtschaft und bringen frischen Wind rein. Wir lernen voneinander und schaffen es gemeinsam, unsere Schüler auf einen erfolgreichen Übertritt in einen Lehrberuf oder eine weiterführende Schule vorzubereiten“, sagt sie.

Champions sezieren

Schnetzinger versucht, fächerübergreifend und praxisnah zu unterrichten. In Biologie legen die Schüler beispielsweise Bohnen in Schuhschachteln, die sie auf Fensterbänke stellen, um zu sehen, ob die Bohnen tatsächlich Richtung Sonne wachsen. Beim Thema Pilze wurden Champignons im Klassenzimmer seziert, um herauszufinden, ob sich tatsächlich Lamellen unter dem Hut befinden. „Die Neugierde und das Interesse der Schüler zu wecken gefällt mir am besten in meiner Tätigkeit als Lehrerin“, sagt sie.

Glücksmomente im Unterricht

Highlights gibt es auch beim Zubereiten einer Gesunden Jause. „Nach dem vorsichtigen Kosten eines Topfenbrotes mit frischen Kräutern drehte sich eine Schülerin erstaunt zu mir um und sagte, dass sie nicht gewusst hat, dass gesund so lecker schmecken kann. Das sind Momente, in denen ich das Gefühl habe, das Leben meiner Schüler ein Stück weit in die richtige Richtung geschubst zu haben“, erklärt die Quereinsteigerin.

2020 werden österreichweit insgesamt 84 Fellows bei Teach for Austria an Kindergärten, Mittelschulen und polytechnischen Schulen starten. Die nächste Deadline für die Bewerbung ist der 26. Jänner.


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