Vögel der Region - Blaumeise "Tipsi" präsentiert die schnittige Rauchschwalbe
Vögel der Region - Blaumeise „Tipsi“ präsentiert die schnittige Rauchschwalbe

Die Menschheit ist leider der größte Schädling für die Natur. Das beschreibt sogar der Papst in seiner Enzyklika „Laudato si“. Viele Menschen beweisen aber ihr Herz für die Mitgeschöpfe dieser Welt. „Tipsi“ bedankt sich bei allen Tips-Lesern, die im Winter Vögel gefüttert haben und im Frühjahr Nistmöglichkeiten anbieten. Auch 1974 bewiesen viele Menschen ihr Mitgefühl. Es kam im Herbst bei uns zu einem frühzeitigen Kälteeinbruch. Für die Schwalben gab es keine Insekten mehr und sie warteten vergeblich in Unterschlüpfen auf besseres Wetter. Es drohte eine riesige Schwalbenapokalypse. Neben Rauchschwalben waren auch Mehlschwalben betroffen. Doch die Menschen päppelten organisiert ihre Lieblinge auf und es wurden mehr als eine Million Schwalben mit Autos, Zügen und Flugzeugen in den wärmeren Süden chauffiert. Begleiter von Schwalbentransporten erzählen, dass mehr als 90 Prozent im Süden wieder ihre Reise fortsetzen konnten. Seit Äsops Sprichwort „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ gelten die Schwalben als Vorboten des Frühlings. Die Bauern fühlten sich mit ihren Schwalben verbunden, auch wenn sie nicht ahnten, wo diese im Winter waren. Die Rauchschwalben hätten ihnen Geschichten von Löwen, Giraffen und Elefanten erzählen können, denn sie verbringen den Winter in Mittel- und Südafrika. Die Bauern wussten nur, dass mit der Rückkehr der Schwalben die fruchtbare Zeit begann. Überall brach rege Geschäftigkeit aus, die Rauchschwalben brüteten in schalenförmigen Nestern im Stall und die Bauern brüteten darüber nach, zu welchem Zeitpunkt sie ihre Felder bestellen sollten. So sind Bauernweisheiten wie „Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird“s Regenwetter kriegen, fliegen sie bis in die Höh“n, bleibt das Wetter noch recht schön!“ nicht verwunderlich. Eigentlich folgen die Schwalben den Insekten, die auf die Wetterlage reagieren. Die Rauchschwalbe ist ein Vogel der Superlative. Sie fliegt 10.000 Kilometer in den Süden und retour, legt alleine für den Nestbau mehr als 200 Kilometer zurück, kann im vollen Flug aus einem Gewässer trinken und manövriert schnittig im Höchsttempo um Hindernisse. Die überragende Wendigkeit verdankt sie ihrem Gabelschwanz. Einer der schönsten heimischen Schmetterlinge, der Schwalbenschwanz, ist nach ihrem Schwanz benannt, selbst der Frack am Opernball. Auch wenn es den Landwirten von der Agrarindustrie allseits schwer gemacht wird, viele von ihnen schätzen auch heute noch diese treuen Glücksbringer.
TEXT: Julia Karner und Florian Mayr


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