Seltene Schmetterlingssichtung als Zeichen für Trittsteinbiotopfunktion
ST. VALENTIN. Erneut wurde im Raaderwald eine seltene Schmetterlingsart gefunden: Erstmals in der Region entdeckt, haben den Feurigen Perlmutterfalter Florian und Martin Mayr.

Die beiden Naturfotografen zeigten durch den Erstfund erneut die wichtige Trittsteinbiotopfunktion an der Grenze zu Oberösterreich: Der Rückgang der Artenvielfalt sei weltweit ein Problem und mache auch vor Niederösterreich nicht halt – viele Arten würden große und überregional, teils international vernetzte Lebensräume benötigen, um genetische Isolation und damit ein mittel- bis langfristiges Artensterbensrisiko hintanzuhalten. Deshalb sei es wichtig, Landschaftsräume und Schutzgebiete durch naturnahe Korridore oder sogenannte Trittsteinbiotope zu vernetzen.
Intensive Recherche
Wie Recherchen ergaben, ist der nächste Fundort des Perlmutterfalters erst circa 30 Kilometer entfernt in der Amstettner Forsteheide, hier entdeckt vom Schmetterlingsexperten Johann Ortner im Jahr 2018. In Oberösterreich sind Funde erst ab Kirchdorf an der Krems bekannt.
Wichtige Lektion in Sachen Artenschutz
Für Florian Mayr ist klar: „Wir können das Artensterben nur aufhalten, wenn jede Gemeinde 20 bis 30 Prozent ihrer Fläche als naturschutzfachlich prosperierende Lebensräume erhalten kann. Wir brauchen Trittsteinbiotope wie den Raaderwald. Immer wieder tauchen hier Arten auf, die in den Vorjahren etwa in der Amstettner Forstheide nachgewiesen wurden oder unsere Funde bestätigen sich bald darauf in den Traun-Auen. Der Feurige Perlmutterfalter ist ein Beispiel, dass durch viel Glück die Trittsteinbiotope unserer Region die Artenvielfalt noch erfolgreich aufrecht erhalten können. Aber wie lange noch, ist die Frage.“


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