Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert den Gartenrotschwanz
REGION ST. VALENTIN. Die Blaumeise „Tipsi“ stellt im Monat September den ziehenden Gartenrotschwanz vor.

„Tipsi“ weiß, dass der Herbst naht. Man kann den Jahreszy-klus anhand der Vogelbeobachtung gut ablesen. Nehmen wir den Gartenrotschwanz her. Im Winter kann man den Insektenfresser aus der Familie der Fliegenschnäpper nicht sehen, außer man ist auf Urlaub in der afrikanischen Savanne. Dort überwintert der früher häufige und jetzt schon gefährdete Vogel. Der Klimawandel trifft ihn, denn als Langstreckenzieher (6.000 bis 8.000 Kilometer legt er zurück) sind immer häufigere Dürren und das Ausbreiten der Wüsten für diesen zierlichen, nur 12 bis 20 Gramm federleichten Vogel kein Honiglecken. So nahm sein Bestand während der Dürre in der afrikanischen Sahelzone von 1968 auf 1969 drastisch ab. Übersteht er den Vogelzug und taucht er erstmals im Jahr bei uns in der Region auf, ist der Frühling da und man kann ihn in Gärten, begrünten Siedlungsbereichen und parkähnlichen Anlagen wie Friedhöfen beobachten. Er ist bei uns zum Kulturfolger geworden, nicht umsonst taufte man ihn Gartenrotschwanz.
Sein Markenzeichen
Mit dem Hausrotschwanz (mit dem er auch sein Markenzeichen, den roten Schwanz, teilt) hat er gemeinsam, dass er ständig mit dem Schwanz wippt. Was es mit dem Hofknicks auf sich hat, ist nicht geklärt. Die Hypothesen reichen vom Anzeigen der eigenen Fitness gegenüber Artgenossen und Fressfeinden, über allgemeine Wachsamkeit bis hin zu Ausgleichsbewegungen in schwierigem Gelände. Sichtet man ihn Mitte August abseits des Brutrevieres bei der Insektenjagd, ist der Startschuss für die Zugvogelzeit gefallen. Es herbstelt. Übrigens, Aristoteles hielt das Rotkehlchen für die Winterform des Gartenrotschwanzes. Auch kluge Köpfe können sich irren. Irren ist menschlich, nur sollte man draus etwas lernen. Für den Gartenrotschwanz wäre es eine Hilfe, wenn es wieder mehr naturnahe Streuobstwiesen geben würde und die Rastplätze auf den Zugvogelrouten erhalten blieben. Das wäre europäisches, globales Denken.


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