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REGION ST. VALENTIN. Die Blaumeise „Tipsi“ präsentiert im Februar den sich vertschüssenden Fichtenkreuzschnabel.

Der Fichtenkreuzschnabel verschwindet langsam aus der Region. (Foto: Martin Mayr)
Der Fichtenkreuzschnabel verschwindet langsam aus der Region. (Foto: Martin Mayr)

Der Fichtenkreuzschnabel ist auf Nadelwälder angewiesen. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Fichtensamen beziehungsweise anderen Nadelbaumsamen. Die Evolution hat diesen Finken zu einem hoch spezialisierten Zapfenöffner werden lassen. Dafür hat sich bei ihm eine körperliche Anomalie heraus gebildet. Sein Schnabel hat sich überkreuzt und es wird sogar eine ungleiche Entwicklung der Kiefer- und Halsmuskeln in Kauf genommen, da er mit diesen gekreuzten Schnabelspitzen zwar einseitig aber geschickt wie kein Zweiter die Zapfenschuppen abspreizen kann, um an die ölhaltigen Samen zu gelangen. Diese Anpassung an Zapfensamen – am 27. Lebenstag ist der gekreuzte Schnabel fertig – erklärt einige Verhaltensweisen des Fichtenkreuzschnabels. In Fichtenmastjahren gibt es sogenannte „Invasionen“ von ihnen in den Nadelwälder. Sie kommen in Trupps und brüten bei solch idealen Bedingungen sozial in Gruppen, ja sie können sogar, abhängig vom Reifegrad der Zapfensamen, für Vögel ungewöhnlich mitten im Winter im Dezember mit dem Brüten beginnen, weshalb sie im heiligen Land Tirol ehrfurchtsvoll als Christ- oder Weihnachtsvogel bezeichnet werden und als Landesvogel gelten. In einer Legende heißt es, ein Vogel wollte Christus am Kreuz von seinen Nägeln befreien, doch er zog vergeblich mit seinem Schnabel daran. Er verbog ihn sich dabei und wurde vom herab tropfenden Blut getränkt. Fertig war der Fichtenkreuzschnabel. Die Männchen sind ziegelrot gefiedert, die Weibchen graugrün. Der Fichtenkreuzschnabel war aufgrund seines Gesanges ein beliebter Käfigvogel. Leider erfolgt nun sein Abgesang. Den Fichten wird es zu heiß und zu trocken bei uns, der Borkenkäfer hat bei den geschwächten Bäumen leichtes Spiel. Die Fichte droht zu verschwinden – außer Unbelehrbare setzen weiterhin auf Fichtenmonokulturen – und mit ihr verabschiedet sich wohl auch dieser liebenswerte, kreuzfidele Vogel aus der Region.


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