Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert die Heckenbraunelle
REGION ENNS/ST. VALENTIN. Die Blaumeise „Tipsi“ präsentiert im März die versteckte Heckenbraunelle.

Die Heckenbraunelle lebt versteckt und leise in unseren Hecken. Der vorsichtige, spatzengroße Vogel, für den Dreiecksbeziehungen keine Seltenheit sind, wagt sich kaum aus der Deckung. Wenn man sie mal sieht, muss man die Heckenbraunelle erst einmal als solche wahrnehmen, denn von hinten gleicht sie dem braun gestrichelten Spatzen. Der Kopf und die Kehle sind wie die Heckenzwischenräume blaugrau. Perfekt getarnt, wird sie auch von der modernen Technik oft schlecht erkannt, da sie sich kaum vom Hintergrund, der Hecke abhebt. Manch Fotograf wird sich über sie als Motiv gefreut haben und mit dem Ergebnis weniger zufrieden gewesen sein.
Wahrscheinlichkeit der Entdeckung steigt im März
Im März besteht die größte Wahrscheinlichkeit, die Heckenbraunelle in der Natur zu entdecken. Durch die zunehmende Tageslänge steigt der Melatoninspiegel der Singvögel und das Testosteron sorgt für mehr Draufgängertum und Balzgesänge. Das Heckenbraunellenmännchen kann man jetzt auf Baumspitzen singen sehen. Die Tonfolge hört sich fast wie ein quietschendes Wagenrad an, allerdings wie ein angenehm klingendes. Das Testosteron sorgt dafür (verabreicht man es ihnen, beginnen selbst Vogelweibchen zu singen), dass der Gesang beständig bleibt. Östrogene wiederum bereichern den Gesang um Varianten. In der Früh ist das Gezwitscher am intensivsten, da verbreitet sich dank weniger Wind der Schall besser und auch für die Futtersuche ist es noch zu dunkel und zu kühl. Die Insekten sind ja erst bei wärmender Sonneneinstrahlung aktiver. Obwohl sie ein Insektenfresser ist, das verrät ihr spitzer Schnabel, kann die Heckenbraunelle aufgrund milder werdender Winter immer öfter bei uns überwintern. In kalten Wintern flüchtet sie nach Spanien oder Nordwestafrika. Dank eines Kröpfchens kann sie auch kleine Sämereien aufnehmen. So kommt sie auch hüpfend unter die Futterstellen. An dieser Stelle ein Danke von „Tipsi“ an alle Wintervogelfütterer. Nun ist es Zeit für Frühlingsgefühle.


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