Österreichischer Museumspreis 2019 geht nach Steyr
STEYR. Die höchste staatliche Auszeichnung für Museen in Österreich geht heuer an das Museum Arbeitswelt - die Preisverleihung findet am 10. Oktober statt. Dotiert ist die Auszeichnung mit 20.000 Euro. “Dieser Preis ist eine Anerkennung und Bestärkung für die Arbeit, die in diesem Haus seit über 30 Jahren geleistet wird“, sagt Geschäftsführerin Katrin Auer.

Die Kommission begründet ihre Entscheidung mit der in vielfacher Weise lebendigen Ausrichtung des Museum Arbeitswelt, die unter anderem auch politische Bildungsprozesse ermöglicht: „Seit seiner Gründung im Jahr 1987 nimmt es als Impulsgeber in der österreichischen Museumslandschaft eine wichtige Rolle ein. Wichtig, weil es das Woher und Wohin der modernen Arbeitsgesellschaft reflektiert, wichtig, weil es zwar in der Region und seiner Arbeitswelt tief verwurzelt ist, in seinen Themen aber weit darüber hinausreicht. Die Themen Demokratie, Rassismus, Migration und Partizipation werden hier in einem offenen Dialog verhandelt.“
„Arbeit ist unsichtbar“
Eine besondere Erwähnung findet dabei die aktuelle Ausstellung „Arbeit ist unsichtbar“, die das Museum Arbeitswelt nach mehrjähriger Vorarbeit unter der Leitung von Katrin Auer 2018 eröffnen konnte: „Die Erzählung der neuen Dauerausstellung holt die Besucher in ihrer eigenen Zeit ab und zeigt ihnen andere, fremde Welten, zeitlich oder örtlich entfernt, damit sie sich in ihrer eigenen Gegenwart mit kritischem Hinterfragen besser zurecht finden und sich wissender einordnen können“, heißt es in der Begründung,
Öffentlicher Diskurs
Hervorgehoben wird auch das Team des Museums, das „sich der Idee einer offenen Gesellschaft verschrieben“ hat und diese dem Museum zugrunde liegende Haltung aktiv mitprägt. Insbesondere spiegelt sich das im Veranstaltungsprogramm wider, in „offenen Town Hall-Meetings, in denen gesellschaftspolitisch relevante Fragen mit der Bevölkerung diskutiert werden“. Herausgegriffen wird auch die Politikwerkstatt DEMOS, „in der seit 2009 proaktiv politische Bildung betrieben wird. Aktuelle Fragestellungen und Themen werden in politisch grundierten Vermittlungsformaten wie Parlamentstribüne, Rednerpult, Wahlkabine oder Medienstudio zu einer anregenden Lernumgebung. So muss Museum als außerschulischer Bildungsort wirken.“
Museum für alle
Von der Kommission wird das Museum Arbeitswelt als „proaktiver Vorreiter“ beschrieben, da es sich als führender Partner im EU-Projekt COME-IN! dem Thema Inklusion verschrieben hat und bei der Gestaltung der aktuellen Ausstellung die „Diversität der Zielgruppen“ bedacht wurde. Ein Museum für alle zu sein, sei insbesondere für kleinere und mittlere Museen, zu denen jenes in Steyr zählt, nicht einfach – „das Museum Arbeitswelt ist auch hier ein mutiges Museum und hat die Herausforderung angenommen!“


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