STEYR. In etwa zweieinhalb Monaten mithilfe der Kraft der Sonne 8000 Kilometer erradeln – das ist das neue Abenteuer der Steyrer Pedalritter Anita Burgholzer und Andreas Hübl. Als erstes deutschsprachiges Gespann nehmen die beiden heuer am „Sun Trip“ von Norditalien bis Kasachstan teil.

Erstmals wurde The Sun Trip im Jahr 2013 mit Start in Frankreich und Ziel in Kasachstan veranstaltet. Von 31 Teilnehmern beendeten 20 das Rennen, neun davon mit 100 Prozent Solarenergie. Das ist heuer auch Vorsatz des in Sachen Radfernreise längst sattelfesten Paares Anita Burgholzer und Andreas Hübl. Als „Team Austria“ wollen sie auf einem solarbetriebenen Tandem satte 8000 Kilometer von Mailand bis Kasachstan bewältigen. Eigentlich ist die Route des Sun Trip 2015 um gute 1000 Kilometer kürzer. Wegen des Ausstiegs des kasachischen Sponsorpartners und der Kriegssituation in der Ukraine führt die Strecke diesmal mit Start am 6. Juni von Mailand in die Türkei und wieder zurück. Die Steyrer, die mit ihrer ersten großen Radweltreise von 2010 bis 2012, dem Vortrag darüber und ihrem Buch „Rückenwind“ Preise abräumten, wollen trotzdem nach Kasachstan, bis in die Stadt Almaty. Insgesamt gehen aus 14 Nationen 23 Teams an den Start; vier steuern Kasachstan an. Für alle Teilnehmer gilt es, den gesamten Strombedarf ihrer Räder ausschließlich mit Sonnenstrom abzudecken. „Wir möchten zeigen, wie vielseitig Sonnenenergie und Elektromobilität genutzt werden kann“, erklärt Hübl. „Es soll wieder ein spannender Vortrag entstehen“, ergänzt Burgholzer. Steppe, Hitze, Wind Als auf sie zukommende Gefahr schätzen die beiden Steyrer besonders den Verkehr ein: „Vor allem in Ländern, die nicht auf Radfahrer eingestellt sind. Den Großraum Istanbul etwa werden wir tunlichst meiden“, so Hübl. In Kasachstan rechnen die beiden mit erhöhten Strapazen: „Es gibt viel Steppe, Hitze, Wind und sehr schlechte Straßenverhältnisse.“ Neue Team-Erfahrung Anders als bei ihren bisherigen Radreisen ist der Umstand, dass diesmal beide Fahrer ihren Rhythmus bestmöglich aufeinander abstimmen müssen. Burgholzer wird vorne halb liegend treten, Hübl hinter ihr sitzend als „Kapitän“, der auch lenkt. Das bedeutet eine neue Erfahrung als Team – keiner kann dem anderen davonradeln und sich abzusprechen, wird wesentlich sein. Burgholzers ungewohnte Liege-Haltung dürfte zudem für ein paar Tage Muskelkater sorgen. Aufgrund der aufwendigen Anpassungsarbeiten am E-Tandem, das mit Solardach an den Start gehen wird, war noch nicht so viel Zeit für das Training wie erhofft. Was die beiden bisher erradelt haben, hat aber großen Spaß bereitet, versichern sie. Neben der vermittelten Botschaft pro Solarenergie freuen sich die Steyrer schon auf die Begegnungen in den verschiedenen Ländern. „Unser ungewöhnliches Gefährt wird sicher Neugierde wecken und ein Türöffner zu den Menschen sein.“ Finanzierungshilfe Wer das Projekt der beiden finanziell unterstützen möchte, kann das dank Crowdfunding-Kampagne. „So können wir den ,Sun Trip“ auf professionellem Niveau durchführen“, erklären Burgholzer und Hübl, die auch regelmäßig online berichten wollen und via Veranstalter-Internetseite auf ihrer Reise begleitet werden können. Je nach Beitrag erhalten die Unterstützer Dankeschön-Pakete, wie ein „Team Austria Supporter“-Radtrikot, Vortragspremiere-Karten oder eine Postkarte aus Kasachstan. Mehr Infos: suntrip.nandita.at


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