Tips-Zeitreise KW 11/2011 - „Eine Aufwertung für die ganze Stadt Steyr“
STEYR. Während das Wahlbündnis ÖVP-Bürgerforum nach wie vor gegen ein neues Einkaufszentrum am Tabor auftritt, begrüßen SPÖ und FPÖ die Pläne für den Verbau des Kasernengeländes, die Investor Josef Strasser vorlegte.

2011 berichtete Tips über das neue Einkaufszentrum am Tabor. Fünf Jahre später wartet man immer noch auf den Spatenstich.
Artikel Tips Steyr - 11/2011:
Mit seinem Architekten-Team präsentierte der Tiroler Investor Josef Strasser im Steyrer Rathaus allen Fraktionen seine Pläne. Kernstück auf dem von ihm erworbenen 58.200 m² großen ehemaligen Kasernenareal soll künftig ein Shopping-Center auf zwei Ebenen mit einer Verkaufsfläche von 14.600 m² sein. Vom Bereich nördlich des Taborknotens wird das Einkaufszentrum auf drei Möglichkeiten fußläufig erreichbar sein. „Dadurch ist gewährleistet, dass eine Verbindung vom ehemaligen Kasernenareal in das Stadtzentrum hergestellt wird“, sagt FPÖ-Verkehrsstadtrat Helmut Zöttl, der das Gesamtkonzept positiv bewertet. „Es ist eine Aufwertung für die ganze Stadt Steyr.“ Auch in punkto Verkehr befürchtet er künftig am Tabor kein Chaos. „Nach dem Bau der Westspange wird sich die Lage am Tabor sicher entspannen.“
Bürgermeister Gerald Hackl (SPÖ) spricht von einem „städtebaulich beeindruckenden Projekt“, das am 4. April dem Gestaltungsbeirat zur Begutachtung vorgelegt wird. „Unter den Vertretern der Steyrer Gemeinderatsfraktionen gibt es eine mehrheitliche Zustimmung“, sagt Hackl. Die Stadt werde auch durch Widmungen dafür sorgen, dass außer dem Einkaufszenturm keine weiteren Handelsflächen auf dem ehemaligen Kasernen-Areal entstehen, versichert der Stadtchef.
Kritisch steht den Plänen das Wahlbündnis ÖVP-Bürgerforum gegenüber. „Wir wollen nicht die Verhinderer sein, das Gesamtkonzept ist auch gut gemacht“, sagt Fraktionsobfrau Michaela Frech. Man befürchtet aber, dass von den Plänen am Ende nur das Einkaufszentrum übrig bleibt. „Denn nur dafür sind die Pläne bisher wirklich ausgefeilt“, sagt Frech, die mit ihrer Partei im Stadtteil derzeit eine Befragung der Bevölkerung zum Thema durchführt.
VORGESCHICHTE: Investor Josef Strasser hat das 58.200 m² große Gelände der ehemaligen Trollmann-Kaserne Anfang 2008 um 7,75 Millionen Euro von der Immobileine-Verwertungsgesellschaft SIVBEG gekauft. Auf Grund der Wirtschaftskrise legte er vorerst seine Pläne auf Eis. Mit der Bekanntgabe des Ausbaus von Tabor- und Posthofknoten bis 2015 – ein Teil von Strassers Grundstück wird für die Verkehrslösung gebraucht – kam Schwung in das Thema um ein neues Einkaufszentrum.


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