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STEYR. Sie kennen die Sorgen und Probleme Jugendlicher von heute, stehen ihnen zur Seite, wenn es gebraucht wird. Auf öffentlichen Plätzen, in Lokalen, bei Events leisten Streetworker in Steyr seit zwei Jahrzehnten direkte Jugendarbeit.

Die Sozialpädagoginnen Laura Reisenzahn (l.) und Astrid Immler und die Sozialarbeiter Michael Kronister (l.) und Christoph Basler bilden Streetwork Steyr.

Elf Streetworkeinrichtungen betreibt der Verein I.S.I. (Initiative für soziale Integration) in Oberösterreich, zwei davon in Steyr. Eine befindet sich in der Siemensstraße 15 am Resthof, die andere in der Bahnhofstraße 1-3. Rund 60 junge Menschen in vielfältigen Problemlagen sowie elf Gruppen betreuen die beiden Anlaufstellen mit je zwei Mitarbeitern derzeit. Über 300 Jugendliche kontaktieren die mobilen Jugendsozialarbeiter sporadisch.

Streetwork Steyr bietet zum einen kurzfristige Hilfe. Dazu gehört es etwa, Jugendliche auf deren Wunsch hin zu Gerichtsterminen oder zur Polizei zu begleiten, ihnen bei Bedarf bei der Suche nach einem Schlafplatz zu helfen oder sie zur psychischen Ambulanz zu begleiten, wenn Selbstgefährdung droht. Genauso kann sich aber auch eine langfristige Betreuung von jungen Menschen ergeben.

Vertraut mit „der Szene“

Der Arbeitstag eines Streetworkers ist naturgemäß flexibel, ganz wesentlich ist jedoch die Präsenz in der Szene: „Wir sind unterwegs, wo Jugendliche sind, gestalten ihre Freizeit mit ihnen“, erzählen Astrid Immler von Streetwork Steyr-Mitte (Bahnhof, Münichholz und Ennsleite) und Christoph Basler (Gebiet Resthof, Tabor, Wehrgraben). Auch das Nachtleben wird regelmäßig durchstreift, um zu sehen, wo Unterstützungsbedarf besteht. „Meistens sind die Jugendlichen neugierig, interessieren sich für unsere Arbeit“, erzählen die beiden.

Die Sorgen

Arbeitssuche, Schule, Finanzen und Familie stehen auf der Sorgenliste von jungen Leuten ganz oben. „Mal geht es um die Zukunftsperspektive oder Liebeskummer, mal um Straffälligkeit, Drogen oder ums Wohnen im Zusammenhang mit dem Einkommen“, erzählt Basler.

Streetwork sei für all jene Jugendlichen gedacht, die von anderen sozialen Einrichtungen nicht erreicht werden. „Ob jemand unser Angebot annimmt, ist ganz freiwillig“, so Basler weiter. Streetwork versuche Jugendlichen dabei zu helfen dort anzudocken, wo sie Beratung finden. „Nachdem wir keine Quote erfüllen müssen, haben wir die Möglichkeit, das Vertrauen von Jugendlichen zu gewinnen und ihre Bedürfnisse kennenzulernen.“

Jugendzentren fehlen

Was die Bedürfnisse anbelangt, wären in Steyr vor allem mehr Jugendzentren wichtig. „In den Stadtteilen gibt es keine und die wenigen vorhandenen in der Innenstadt sprechen fast immer bestimmte Zielgruppen an.“ Ebenfalls Thema sind die wachsenden Schwierigkeiten Jugendlicher bei der Arbeitssuche: „Es gibt heute viele Kursmaßnahmen und die Schulen fangen so einiges ab. Für nicht wenige Kids im Hauptschulalter ist eine Lehre aber oft nicht einmal andenkbar. Dass Eltern ihr 15-jähriges Kind zu einem Vorstellungsgespräch begleiten, sehen wir praktisch garnicht mehr“, sagt Astrid Immler.

In Kontakt kommen

Donnerstags bieten die Streetworker in ihren Anlaufstellen einen fixen Abend mit sinnvoller Freizeitgestaltung - am Resthof von 16 bis 19 Uhr, in der Bahnhofstraße von 15 bis 19 Uhr. „Wir gehen gemeinsam Einkaufen und kochen, verstecken z.B. auch Osternester“, erzählt Immler von den Aktivitäten im Streetwork-Raum Steyr-Mitte.

Wer mehr über Streetwork und das Angebot erfahren möchte, schaut vorbei oder informiert sich auf www.streetwork.at


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