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STEYR. Schüler-Teams der Handelsakademien Villach und Steyr präsentieren am Mittwoch, 28. Juni, im Stadtmuseum unter dem Titel „Business School 1517 und heute“ eine Ausstellung. Grundlage dafür ist ein Rechenbuch von Casper Thierfelder, Steyrer Rechenmeister im 16. Jahrhundert. Sein Buch diente dem Unterricht der Kinder von Steyrer Händlern.

Schüler aus Steyr und Villach rechneten Rechenbuch von 1587 nach.
  1 / 2   Schüler aus Steyr und Villach rechneten Rechenbuch von 1587 nach.

Ein spannendes Mathematikprojekt entwickelten die HAK Steyr und Villach über die Bundesländergrenzen hinweg.

Den Ausgangspunkt dafür bildete die einstige protestantische Schule im ehemaligen Steyrer Dominikanerkloster, wo anerkannte „Meister“ die sieben Künste der damaligen Zeit lehrten. Einer davon war der berühmte Caspar Thierfelder (um 1525-1594). Wie es damals öfters bei „kundigen Rechenmeistern“ vorkam, schrieb er sein eigenes Lehrbuch, das auf die Anforderungen der Steyrer Kaufleute und die weitreichenden Handelswege abgestimmt war. Viele der Rechenaufgaben beziehen sich auf den Verkauf von Eisenwaren aus Steyr nach Venedig.

Werk unter der Lupe

Bei der aktuellen Ausstellung zu 500 Jahren Reformation im Innerberger Stadel wird ein „Thierfelder“ gezeigt. Insgesamt schrieb er drei Rechenbücher, wovon die Ausgabe von 1587 im Internet einlesbar ist. Dieses 430 Jahre alte Buch, die „Arithmetica oder Rechenbuch auf den Linien und Ziffern“ wies in den letzten Wochen viele Zugriffe auf: Die 17- und 18-jährigen HAK-Schüler rechneten fleißig nach und analysierten die Mathe-Kenntnisse von damals.

„Richtig schwierig sind die vielen verschiedenen Maße, Währungen, das Fehlen des Dezimalsystems, die Zölle und unterschiedlichen Einheiten in den einzelnen Ländern“, stellen die betreuenden Lehrkräfte Söser und Ulbrich in Steyr sowie Pädagoge Mödlagl in Villach fest.

Präsentation

Die Ergebnisse werden in einer öffentlichen Präsentation am 28. Juni um 19 Uhr im Innerberger Stadel am Grünmarkt vorgestellt. Unter dem Titel „Business School 1517 & heute“ zeigen die 50 Schüler aus Villach und Steyr ihre Auswertungen. Dabei geht es um das Kaufmannswissen und Business im 16. Jahrhundert, das Rechenbrett nach Adam Ries, die Regula di Tri, Sudoku von damals bis hin zu schwierigen Textaufgaben und Trigonometrie.

Die laufende Reformationsausstellung wird durch Info-Tafeln, Rechenbrett und Handelskarte ergänzt.

Eintritt frei!


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