CoderDojo Steyr: Kinder erobern Welt der Software
STEYR. Kleine Köpfe stecken konzentriert hinter aufgeklappten Laptops beisammen, besprechen sich angeregt: Das CoderDojo Steyr startet voller Energie in die Pilotphase. IT-Experten unterstützen ab 19. Oktober ehrenamtlich Kinder dabei, das Programmieren für sich zu entdecken.

Vorerst 17 Mentoren bringen in Steyr interessierten Kindern spielerisch das erste Basis-Wissen der Programmiersprache näher. Doch es sollen noch viele mehr werden. „Ideal wäre, wenn jeder Mentor einmal maximal vier Kinder durch eine Einheit begleitet“, erklärt Software-Entwicklerin Karin Huber. Seit drei Jahren ist sie Mentorin im CoderDojo Linz und weiß: Das Interesse unter den Kindern ist groß. Immer wieder kommen neue Gesichter. Viele empfinden die zwei Stunden, die eine Einheit dauert, als viel zu kurz: CoderDojo macht Spaß.
Großes Potenzial
Das von Maria Pernegger in Steyr gestartete Projekt ist durch den seit 2015 bestehenden Programmierclub in Linz inspiriert. Es geht ums spielerische Programmieren, Webseiten bauen, Apps und Spiele entwickeln – darum, neue Technologien im kreativen und sozialen Umfeld zu erforschen. „Wir Erwachsenen nutzen Software ständig, gestalten sie aber nicht. Bei Kindern besteht hier großes Potenzial“, so Pernegger, die vom eigenen Nachwuchs zum CoderDojo Steyr angeregt wurde.
Die sieben- bis 17-jährigen Besucher eines CoderDojos versuchen sich als Hacker, lernen eigene Projekte umzusetzen – unterstützt von Spezialisten. Der Großteil der Mentoren kommt aus dem Bereich Software-Entwicklung. In einem Schnupper-CoderDojo zeigten sie Kindern in Steyr bereits, was am Laptop abseits von Videogucken und Spielen möglich ist. „Eine Regel bei uns: Gespielt wird nur, was vorher selbst programmiert wurde. Das motiviert die Kinder ungemein“, erzählt Karin Huber.
Nicht nur Bubensache
Kinder mit und ohne Vorkenntnisse werden im CoderDojo begleitet. Vor allem auch Mädchen seien angesprochen, betont Initiatorin Maria Pernegger. „Der erste Programmierer überhaupt war eine Frau. Wir möchten, dass mehr Mädchen den Bereich für sich entdecken und würden uns freuen, wenn sich für Steyr auch viele weibliche Mentoren finden, die als Vorbild fungieren möchten.“
Das Projekt wird vom Museum Arbeitswelt als Heimatbasis, vom Verein Fazat, dem TIC und von renommierten Steyrer Unternehmen mitgetragen. Sie sind sich einig: Begleiteter, strukturierter Zugang zu Technik und Digitalisierung für Kinder gehört gefördert. Fazat-Vorsitzender Markus Vogl ergänzt: „Was die Region in Zukunft braucht, ist Innovation. Im CoderDojo geht es nicht um Leistung, sondern um einen Raum, Dinge auszuprobieren.“
Los geht's am 19. Oktober
Start des CoderDojo Steyr ist am Freitag, 19. Oktober, 15–17 Uhr im Museum Arbeitswelt. Weitere Termine folgen (2., 16., 30. November). Vorerst können 25 Kinder und Jugendliche pro Einheit teilnehmen. Registrierung vor Ort. Infos: office@tic-steyr.at, Anmeldung: www.tic-steyr.at/aktuelles/events
WAS IST EIN CODERDOJO?
Der Begriff Dojo bezeichnet im japanischen Kampfsport die Gemeinschaft der Übenden. Die Idee des CoderDojo stammt aus Irland und ist heute eine globale Organisation für kostenlose, ehrenamtliche und gemeinschaftsbasierte Programmierclubs für junge Leute. Weltweit gibt es rund 2.000 CoderDojos – Steyr ist der vierte Standort in Österreich (nach Wien, Linz und Horn).


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