Stollen der Erinnerung: Frauenschicksal im Fokus
STEYR. Anlässlich des Weltfrauentages am Sonntag, 8. März, öffnet das Mauthausen Komitee Steyr von 14 bis 17 Uhr den „Stollen der Erinnerung“. Das Schicksal einer französischen Zwangsarbeiterin steht an diesem Tag im Mittelpunkt.

Paulette Callendreau kam mit 21 Jahren – im März 1943 – nach Steyr in das Dunkelhof-Lager, das am Rande der heutigen Waldrandsiedlung errichtet wurde. Sie war Sekretärin und Stenotypistin und lebte mit ihrer Mutter in Nizza. Was es bedeutete, als Zwangsarbeiterin in den Steyr-Werken eingesetzt zu sein, konnte sie sich anfangs überhaupt nicht vorstellen. Ihre Briefe, die kürzlich übersetzt wurden, zeugen von der Sorge um ihre Angehörigen und der Sehnsucht, nach Hause zu kommen.
Briefe nachhause
Sie beschreibt ihren Tagesablauf in Steyr und wünscht sich Seife und Waschmittel von zuhause: „Wegen Geld, ich weiß nicht, wie viel ich verdiene. Wir wissen nichts und dann wurde alles, was man uns bis jetzt gegeben hat, einbehalten und das sind ziemlich viele Dinge. Zudem gibt es am Samstagabend und Sonntagabend nichts zu essen, das heißt, man gibt uns mittags eine zusätzliche Scheibe Mortadella.“ Im Februar 1944 kam Callendreau bei einem Bombenangriff auf die Steyr-Werke ums Leben. Die Mutter erfuhr erst vier Monate später davon.
Grab in Steyr
Am Steyrer Friedhof existiert bis heute ihr Grab. „Vor acht Jahren konnte ich den Angehörigen das Grab in Steyr zeigen und den Ort, wo während des Krieges das Dunkelhof-Lager stand“, so Karl Ramsmaier vom Mauthausen Komitee Steyr.
Eintritt: 7 Euro (ermäßigt 5 Euro). Die Temperatur im Stollen beträgt ca. 8–12 Grad – warme Kleidung wird empfohlen.


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