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REGION STEYR. Die erste Woche des coronabedingten Unterrichts aus der Distanz ist geschafft – die Schulen der Region vermelden gelingende Abläufe. Sorgenfalten lassen sich dennoch nicht vermeiden.

  1 / 7   Rudolf Steininger hat 2019 eine iPad-Klasse an der NMS Münichholz eingeführt und hält mit seinen Schülern auch jetzt intensiven Kontakt.

„Wir haben jahrelange Erfahrung mit Tabletklassen, auch alle Lehrer sind mit Tablets ausgestattet und massiv geschult. Augenblicklich zählen wir über 600 Personen, die am Unterricht über eine Software-Plattform teilnehmen“, spricht Hak-Direktorin Ute Wiesmayr von einer beinahe nahtlosen Umstellung auf den Online-Unterricht. Auch HLW-Direktor Ewald Staltner ist mehr als zufrieden: „Arbeiten mit digitalen Tools gehört bei uns zum Alltag und wird nun in Echtzeit angewandt. Die Schüler bekommen auch praktische Aufgaben aus dem Bereich Küchen- und Restaurant- bzw. Cateringmanagement und tragen so quasi nebenbei zur Versorgung der Familien bei.“

Von analog auf digital

Eine größere Anstrengung bereitete die Neuaufstellung des Unterrichts den Pflichtschulen. „Spezielle Herausforderung war die Kommunikation mit den Eltern und Schülern. Ein analoges System in nur wenigen Tagen total auf digital umzustellen, ist eine spannende, aber auch befruchtende Aufgabe“, berichtet Günther Briedl, Schulleiter der Neuen Mittelschule Münichholz und Kopernikusschule. Mithilfe diverser Lernplattformen würden die Lehrkräfte nun tolle Ergebnisse erzielen.

An der NMS Haidershofen wurden den Schülern zusätzlich zu online auch Lernaufträge in Papierform mitgegeben bzw. in den Klassen aufgelegt. „Schüler und Eltern wissen beides zu schätzen und machen eifrig Gebrauch davon“, so Direktor Elmar Nowak. Der lebendige Austausch von Schülern und Lehrern – wichtig für die Lerneffizienz und die sozialen Kompetenzen – fehle aber sehr. „Diese Kontakte können über Bildschirme nicht ersetzt werden“, betont Nowak. Dass der Schulbetrieb womöglich länger nicht in gewohnter Weise aufgenommen werden könnte, sei deshalb die größte Sorge der Schule.

Fehlende Ausstattung daheim

Vorerst bleibt die Kommunikation aus der Distanz jedoch alternativlos. Eine Lehrerin der NMS/Musik-NMS Promenade berichtet: „Herausforderung ist definitiv eine nicht ausreichende Digitalisierung sowie fehlende technische Geräte im Elternhaus. Einige Eltern sind damit überfordert, was jedoch verständlich ist.“ Viele Kinder würden über das Handy arbeiten. Begrenzte Guthaben, wo WLAN fehlt, seien für die großen Datenmengen ein Problem. In einer riesigen Kopieraktion versorgte die Schule ihre Kinder deshalb auch mit Arbeitsblättern, so Direktorin Irene Daichendt. Bei den Lernaufträgen habe man die Erfahrung gemacht, dass es einer zeitlichen Struktur bedarf, „um den Kindern nicht das Gefühl zu vermitteln, dass sie alles in der ersten Woche erledigen müssen.“

Großes Verständnis

Der Kontakt mit den Eltern erweist sich gerade in den Pflichtschulen als wichtig. Garstens Volksschulleiterin Beate Hochstraßer freut sich über deren großes Verständnis: „Alle unsere Schüler werden zuhause betreut. Die Eltern sind sehr verantwortungsvoll, wir bekommen viele positive Rückmeldungen. Und die Kinder freuen sich jeden Tag über die digitalen Morgengrüße und laufenden Infos ihrer Lehrer.“

Abschlussklassen

Wesentliche Fragen wirft freilich die ungewisse Dauer des aktuellen Zustandes auf. Während man vielfach zuversichtlich ist, den Fernunterricht auch längerfristig zu meistern, bleiben Projekte und Veranstaltungen auf der Strecke. An der NMS Garsten traf es etwa eine Aktivität zur Müllentsorgung in Kooperation mit dem Bürgermeister. Auch Sport- und Sprachwochen mussten abgesagt werden oder stehen auf der Kippe. „Wenn sich die Situation bis Herbst normalisiert, werden wir einen Teil der Veranstaltungen gleich nach Schulbeginn nachholen“, so Ute Wiesmayr von der Handelsakademie.

Stichwort Matura: „Die Maturanten waren wegen der Verschiebung erleichtert, sind aber natürlich verunsichert, ob der neue Terminplan halten wird“, so Wiesmayr. Ähnlich HLW-Leiter Staltner: „In den Abschlussklassen versuchen wir, Ruhe und Sicherheit zu geben, dass wir einen guten Weg finden, die Klassen abschließen und die Prüfungen durchführen zu können.“

Dringend gebrauchtes Pflegepersonal

Staltner leitet auch die Steyrer Schule für Sozialbetreuungsberufe, wo sich Studierende derzeit fragen, ob und wie sie ihre Pflicht-Praktika in den Pflegeeinrichtungen absolvieren können. „Dafür sind wir in stetem Kontakt mit den Sanitätsbehörden, den Einrichtungen und dem Bildungsministerium.“ Studierende mit bereits erworbenen Qualifikationen sollen auch in der Pflege unterstützen können, so Staltner, „dringend benötigte Pflegekräfte sollen schnellstmöglich zu einem Abschluss kommen.“


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