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STEYR. In der momentanen Situation fühlen sich viele Menschen in punkto Beruf aus der Bahn geworfen oder allein gelassen. Der Treffpunkt mensch&arbeit Steyr hält Kontakt zu Menschen in der Arbeitswelt.

Markus Pichler von Treffpunkt mensch&arbeit in Steyr Foto: privat
Markus Pichler von Treffpunkt mensch&arbeit in Steyr Foto: privat

Die Krise und ihre Konsequenzen betreffen Arbeitnehmer massiv. Die einen sind mehr gefragt denn je – sie müssen, oft ungeschützt, in Betrieben, Werkstätten, Kaufhäusern und im Pflege- und Sozialbereich arbeiten. „Wenn man die politische Diskussion in den Wochen davor beobachtet hat, wirkt es teilweise sogar zynisch: Im Pflege- und Sozialbereich wurde für Arbeitszeitverkürzung und bessere Arbeitsbedingungen gekämpft“, sagt Markus Pichler vom Treffpunkt mensch&arbeit in Steyr, „jetzt geht es ums Durchhalten und für die anderen da zu sein - oft zu schlechteren Bedingungen als zuvor.“

Bedrohliche Situation

Überdies gebe es zahlreiche Betriebe, die das sozialpartnerschaftlich gut ausgearbeitete Modell der Kurzarbeit nicht nutzen. „Viele Arbeitnehmer stehen von einem Tag auf den anderen vor den Toren. Sie wurden aufgrund der Krise gekündigt, Leasingverträge werden aufgelöst“, so Pichler weiter. Wer noch in einem aufrechten Arbeitsverhältnis sei, müsse mitunter mit einer Kündigung rechnen und empfindet die Situation als bedrohlich.

Nährboden für Mobbing

Die gesellschaftlich empfundene Krise bedeute oft persönliche Krisen und reichlich Stoff für Konflikte, weiß Pichler. Mobbing ist systematische Ausgrenzung und Isolation. „Konfliktreiche, angespannte Situationen in den Teams und Betrieben sind leider oft guter Nährboden für solche Dynamiken“, so Pichler.

Reden hilft

Persönliche Gespräche können helfen, die Gedanken zu ordnen, Boden unter den Füßen zu spüren und Zusammenhalt und Solidarität zu erfahren, auch in Zeiten des körperlichen Abstands. Der Treffpunkt mensch&arbeit Steyr bietet daher in Zusammenarbeit mit der Betriebsseelsorge OÖ ein Mobbingtelefon für Anliegen aus der Arbeitswelt an:

Erfahrene Beraterinnen und Seelsorger sind an allen Werktagen für Sorgen, Fragen und Ängste erreichbar unter der Tel. 0732/7610-3610 (Mo.–Do., 17–20 Uhr, Fr. 9–12 Uhr).

Zudem gibt es das Beratungsangebot derzeit auch online. Nähere Infos: www.mobbingtelefon.at


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