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Corona – eine besondere Liebesgeschichte in einer außergewöhnlichen Zeit

Robert Hofer, 06.05.2020 08:58

STEYR. Tips-Leserin Maria Kreil erzählt von einer Begegnung an einem Teich, Ängsten in der Corona-Zeit und dem wichtigen Zusammenhalt der Gesellschaft.

Foto: privat
Foto: privat

Ente: Du, Schildkröte, wir beide wohnen jetzt schon so lange hier an diesem schönen Teich und haben noch nie miteinander geredet. Jetzt muss ich dich mal was fragen. Weißt du, was Corona ist?

Schildkröte: Hallo, Ente. Nein, noch nie davon gehört.

Ente: Die Menschen, die jetzt ständig mit diesen komischen Masken hier rumlaufen, haben Angst davor.

Schildkröte: Ich habe nix mitbekommen, war ja schwimmen.

Ente: Meinst du, dieses Corona ist für uns Tiere auch gefährlich?

Schildkröte: Ich denke nicht. Hast du etwa Angst?

Ente: Ja, irgendwie schon. Und irgendwie bin ich auch traurig. Das ist scheinbar ein Virus, der von einem zum anderen hüpfen kann. Jetzt dürfen die Menschen nur mehr mit der eigenen Familie spazieren gehen und keine Freunde mehr treffen. Weil die ja wo anders wohnen. So genau kenn ich mich da aber jetzt auch nicht aus.

Schildkröte: Was, so schlimm? Bestimmt ist das nicht leicht, aber vielleicht müssen sich die Leute daran halten, damit sie sich und andere nicht anstecken. Vielleicht gibt es da bald was dagegen, einen Impfstoff oder so.

Ente: Ja, ich glaube auch. Jetzt geht“s mir besser. Danke für“s Reden.

Schildkröte:Ich bewundere und beobachte dich schon lange. Auch die Spaziergänger sind fasziniert von deinem bunten Gefieder, deinem orangen Schnabel und deiner stolzen Art. Mich dagegen nehmen sie oft gar nicht wahr, wenn ich mein Köpfchen in meinen Panzer zurückziehe, denken sie, ich wäre ein Stein.

Ente:Das würde ich auch gerne können, mich unsichtbar machen, meine ich. Du hast ein wunderschönes Gesicht und strahlst so viel Ruhe und Kraft aus. Ich aber fühle mich oft sehr zerbrechlich und einsam. Aber heute bin ich stolz auf mich, weil ich mich endlich getraut habe, dich anzusprechen.

Schildkröte: Ich habe gewartet, dass du den ersten Schritt machst, ehrlich gesagt. Denkst du, ich habe keine Gefühle, nur weil ich einen harten Panzer habe? Innen hab“ ich einen sehr weichen Kern.

Ente: Möchtest du mit mir zusammen sein – du weißt schon, wie eine kleine Familie – dann wären wir nicht mehr so alleine? Aber geht das überhaupt, eine Schildkröte und eine Ente?

Schildkröte: Klar geht das. Wir brauchen niemanden fragen. Dann können wir uns gegenseitig trösten, wenn wir Sorgen haben. Und die Menschen müssen auch zusammenhalten. Dann wird bald alles wieder gut. Ich bin froh, dass es dich gibt. Ich mag zwar Corona nicht, aber es hat uns zusammengebracht. Gemeinsam sind wir stark.

Ente: Ja, das sind wir. Ich bin schon neugierig, was die Menschen nächstes Mal zu erzählen haben, wenn sie uns besuchen kommen. Ich schwimm jetzt zu dir rüber.

Schildkröte: Ich schwimme dir entgegen.


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