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„Wir haben Zimmer frei!“: Volkshilfe Steyr will Flüchtlingen auf Lesbos helfen

Angelika Hollnbuchner, 17.09.2020 11:50

STEYR. In Moria leben nach den Bränden im Flüchtlingslager Tausende Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, auf der Straße. Für die Volkshilfe Steyr sind das „Bilder des Elends, die zum Himmel schreien“.

Gerald Angerbauer von der Volkshilfe Steyr Foto: Volkshilfe
Gerald Angerbauer von der Volkshilfe Steyr Foto: Volkshilfe

„Die Situation ist skandalös“, erklärt Gerald Angerbauer als Vorsitzender der Volkshilfe Steyr und fordert die Aufnahme einer namhaften Anzahl unbegleiteter Minderjähriger in Österreich.

Allein die Volkshilfe Oberösterreich sei in der Lage, sofort 250 unbegleitete Kinder und Jugendliche in bestehende Quartiere aufzunehmen und dort auch zu betreuen. „Wir haben Zimmer frei und die Möglichkeiten, die Mittel, die Erfahrung und auch viele hilfsbereite Menschen, um diesen Flüchtlingen zu einem würdigen Dasein zu verhelfen. Diese Aufnahme und Betreuung würde viel Leid lindern und keineswegs zu Lasten der heimischen Bevölkerung gehen“, so Angerbauer.

Letztes Quartier geschlossen

„Die Volkshilfe Oberösterreich war 1997 österreichweit eine der ersten Organisationen, die Quartiere für unbegleitete Minderjährige eingerichtet haben. Von den dann insgesamt neun Quartieren für zirka 300 Jugendliche mussten wir nun auch das letzte in der Linzer Raimundstraße schließen“, erklärt Christian Schörkhuber, Geschäftsführer der Volkshilfe Flüchtlings- und Migrantenbetreuung.

Für ihn und Angerbauer sei das „die Folge der Hardliner-Flüchtlingspolitik der vergangenen Jahre und einfach unerträglich“.

Brände im Lager

In Griechenlands größtem Flüchtlingslager in Moria auf der Ägäis-Insel Lesbos brachen vor rund zwei Wochen mehrere Brände aus. Das Lager war für rund 2.800 Menschen ausgelegt, allerdings befanden sich dort mehr als 12.600 Schutzsuchende unter schwierigsten Bedingungen.


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