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STEYR. Die junge Loreta (17) aus Steyr macht mit ihrem Leserbrief auf das tragische Schicksal ihrer Oma aufmerksam und mahnt zur Vorsicht.

Foto: privat
Foto: privat

„Es fing mild an. Wir bekamen einen Anruf, dass Oma an Corona erkrankt ist. Ihr Husten schien nicht schlimm, ich bezweifelte deshalb, dass Corona tatsächlich so wild ist, wie man es jeden Tag in der Zeitung liest. Doch ich irrte mich leider gewaltig. Omas Husten wurde Tag für Tag schlimmer, das Atmen fiel ihr zunehmend schwerer und sie hatte Angst. Meine Mutter versuchte sie übers Telefon zu beruhigen, aber es kam zu dem Punkt, an dem sie ins Krankenhaus musste. Zunächst musste sie in der Covid-Station mit Beatmungsmasken stabilisiert werden. Nach einer Woche war sie immer noch positiv, jedoch waren die Viren in der Endphase und inaktiv. Sie wurde sofort in die Lungenstation gebracht. Die Ärzte teilten uns mit, dass das Virus massive Schäden an ihrer Lunge verursacht hätte und ihre Überlebenschancen sehr gering seien. Am letzten Tag durfte meine Mama sie sehen. Omas Gesicht war geschwollen. Sie hatte keine Kraft, ihre Augen aufzumachen und brachte wenige Wörter herraus. Am 27. Jänner um 18 Uhr erhielten wir den schlimmsten Anruf unseres Lebens. Oma war gestorben. 

Sie war wie eine zweite Mama

Es trifft mich härter, als ich es je gedacht hätte. Oma war für meinen Bruder und mich wie eine zweite Mama. Unsere Mama musste sehr viel arbeiten, damit wir überhaupt etwas zu essen hatten. Papa war krank. Wir hatten in unserer Kindheit immer Angst um Mama und Papa, beide hatten gesundheitliche Probleme. Oma passte auf uns auf und lenkte uns von den Problemen ab. Niemals würde ich meine Kindheit gegen eine andere eintauschen – dank Oma. Seit Beginn der Coronakrise war sie immer vorsichtig, verbot uns sogar Besuch bei ihr, da sie nicht angesteckt werden wollte. Sie hielt immer Abstand zu anderen, war vorsichtig. Dennoch wurde sie angesteckt.

Razije C. war ihr Name und wir sind am Boden zerstört. Deshalb mein Appell: Tragt eure Masken richtig. Haltet euch an die Maßnahmen. So könnt ihr Menschenleben retten. Oma würde das auch wollen. Danke.“

von Loreta (17) aus Steyr


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