Unerwünschtes Klientel soll Innenstadt verlassen
STEYR. Mit breiter Mehrheit beschloss der Gemeinderat ein Alkoholverbot, das am Stadtplatz, in der Enge, am Grünmarkt, der Mayrstiege, der Pfarrgasse, am Brucknerplatz und bei Zwischenbrücken gilt.

Seit Herbst 2020 häuften sich beim Steyrer Magistrat die Beschwerden über betrunkene und pöbelnde Menschen, die sich vor allem rund um den Leopoldibrunnen versammeln. Die Problemsituation wird auch von Sozialeinrichtungen wie Convoy und der Notschlafstelle bestätigt. „Es ist keine angenehme Situation, der Handlungsbedarf aber gegeben“, sagt Sozialstadtrat Michael Schodermayr (SPÖ).
Security kontrolliert
Mit Stimmen seiner Partei, der ÖVP und der FPÖ wurde nun eine Verordnung beschlossen, die den Alkoholkonsum zwischen 9 und 19 Uhr in der Innenstadt verbietet. Ausgenommen sind die Gastronomiebetriebe. Kontrolliert wird künftig von einer privaten Security-Firma mit zwei Personen, diese können bei Bedarf die Polizei hinzuziehen. Die Kosten für die Stadt belaufen sich bis Jahresende auf 48.000 Euro.
Kritik im Gemeinderat
Ähnliche Verbote gibt es in Linz, Wels oder Leonding schon seit vielen Jahren. Die Grünen lehnen die neue Verordnung ebenso ab wie Michaela Frech vom Bürgerforum. „Die unerwünschte Personengruppe wird dann zum Beispiel auf den Ennskai abwandern, weil dort die Verordnung nicht gilt“, sagt Frech, die auch die Kosten kritisiert. „Das Geld könnte man sinnvoller einsetzen.“ Für Grünen-Gemeinderätin Maria Lindinger sei es „kein guter Ansatz, Leute zu vertreiben“.
Sozialarbeit ausbauen
Einig sind sich die Fraktionen, dass man die präventive Sozialarbeit ausbauen und mehr unterstützen muss. Für ÖVP-Stadtrat Gunter Mayrhofer ist das Alkoholverbot jedenfalls sinnvoll. „Das Problem ist mehr als deutlich wahrnehmbar. Für ein Zusammenleben braucht es Spielregeln, die müssen auch eingehalten und kontrolliert werden.“


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