Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GROSSRAMING. Berufstätig war Anna Gabaldo nie, aber gearbeitet hat sie viel: 32 Jahre lang betreute sie am Vormittag ehrenamtlich ihre „Schäfchen“, der Nachmittag gehörte der Familie.

Großramings Vizebürgermeisterin Hildegard Höretzauer (r.) überbrachte dem engagierten Ehepaar Gabaldo einen wertschätzenden Blumengruß. (Foto: Johanna Derfler)

Sie bekommt keine Pension – bereut ihren Einsatz aber nicht: Anna Gabaldo ging es stets um das Wohl der Menschen, die Arbeit hat der heute 79-Jährigen immer Spaß gemacht. Es begann mit Kursen beim Roten Kreuz. Bald war Gabaldo klar, dass sie Menschen nach Spitalsaufenthalten helfen will. Rund 150 Patienten hat Gabaldo in all den Jahren betreut. Sie vermittelte den Kranken was guttut, wenn Angehörige das nicht konnten – unterstützte manche im Kampf gegen den Alkoholismus, bis sie trocken waren, begleitete Sterbende in den letzten Stunden, hat mit Angehörigen gebetet. Von vielen verwahrte sie die Wohnungsschlüssel. Über die Rufhilfe wurde sie auch nachts vom Roten Kreuz verständigt. Viele Telefonnummern weiß sie bis heute auswendig. Gabaldo war unermüdlich für andere im Einsatz, bis sie Herzprobleme bekam. 2013 erhielt sie einen Defi – bei der Operation gab es allerdings Probleme und sie musste länger im Krankenhaus bleiben. „An die 100 Großraminger haben mich damals besucht“, erzählt sie dankbar für die viele Zuwendung. Mit Wehmut und Tränen in den Augen denkt sie an ihre aktive Zeit zurück.

Zeitlebens aktiv

Vor drei Jahren spielte Anna Gabaldo noch Tennis, liebte Schifahren, Rodeln, Tanzen, Bälle. Seit zwei Jahren sitzt sie im Rollstuhl. Freunde überraschen sie dennoch immer wieder mit Ausfahrten, an denen sie auch mit dem Rollstuhl teilnehmen kann. Ihr Mann ist stets an ihrer Seite, hat einen Treppensteiger organisiert, damit sie in den ersten Stock kommt. Auch ihre Schwestern helfen im Alltag.

Hilfsmittel für Pflege

Vor 30 Jahren kam Anna Gabaldo die Idee, ein Lager mit Matratzen, Pflegebetten, Roll- und Leibstühlen am Dachboden der Volksschule Großraming einzurichten. „Weil die nötigen Hilfsmittel fehlten“, erinnert sie sich. Wartung, Pflege und Aufbau der Betten übernahm ihr Mann. Die größte Errungenschaft war das erste elektrische Pflegebett. Für den Ankauf wurde ein Ball veranstaltet, Goldhaubenfrauen und Bäuerinnen unterstützten die Aktion, der Gemeinderat spendete das Sitzungsgeld dafür. An die 100 Gegenstände umfasst das Lager heute. So ist in Großraming jederzeit rasche Hilfe möglich. Alles wird kostenlos an die Patienten verliehen. Spenden werden für Neuanschaffungen verwendet. Es wird auch genau Buch geführt, wer etwas verliehen bekommt. Und das Lager wird weiter betreut – von Anna Gabaldos Mann und den Kindern. Sie setzen ihr Lebenswerk fort.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten

30.07.2021 15:23

Frau Gabaldo Anni

Ich danke ihr auf diesem Weg für die liebevolle Begleitung unserer Mutter Blasl Rosa.