Ulricher Verein bringt mehr Natur in die Wiese
ST. ULRICH BEI STEYR. Unter der Ägide von Johann Kimberger widmet sich der „WildblumenWiesenVerein“ seit 2019 dem Erhalt der Vielfalt in unserer Naturlandschaft.

Der Verein verbessert die Qualität von Grünflächen und führt sie in einen naturnahen Zustand zurück. „Wir unterstützen Betriebe und Private dabei, freie Flächen als Wildblumenflächen zu gestalten“, erklärt Obmann Johann Kimberger. Gegründet wurde der stetig wachsende WildblumenWiesenVerein (WWV) St. Ulrich mit aktuell 99 teils aktiven, teils unterstützenden Mitgliedern im Juni 2019. Den Vorstand bilden sechs Funktionäre und vier Beiräte. Was die Mitglieder bewegt und motiviert, sind die Liebe und das Gespür für die Bedeutung einer gesunden Natur. Viel zu viele Insekten seien schon von den heimischen Wiesen verschwunden. „Auch bei uns gibt es verheerende Einschnitte in die Natur. Wie soll man aber intensiver Bewirtschaftung, Verbauung und dem Einsatz von Pestiziden Einhalt gebieten? Jammern ist keine Lösung, deshalb haben wir beschlossen aktiv zu werden“, so Kimberger. Nur das Gespräch und der Austausch mit den Verursachern könne einen positiven Wandel bewirken, ist man sich im Verein sicher.
4,5 Hektar Bienenweide
Derzeit kümmert sich der WWV St. Ulrich um viereinhalb Hektar Wiese, die Gastronom Christian Mayr dem Verein zur Verfügung gestellt hat. Teile davon waren früher Rinderweiden. In hunderten Arbeitsstunden hat der Verein hier bereits ein gutes Stück Renaturierung vollbracht, um Insekten und anderen Wildtieren künftig wieder Nahrung und Schutz zu bieten. Auch eine Streuobstwiese wurde angelegt und mit 100 regionalen Wildsträuchern begrenzt. Speziell an die Bauern appelliert der Verein: „Bitte alte Obstbäume stehen lassen. Bis zu 5.000 Arten finden auf ihnen ein Zuhause.“
Schonende Mahd
„Wir mähen die uns anvertrauten Wiesen mit schonendem Mähwerk. Das nahrhafte Heu – teils händisch erarbeitet – wird als Pferdefutter verkauft“, erklärt Johann Kimberger weiter. Da der Verein selbst keine Maschinen besitzt, ist man auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten angewiesen. „Zum Glück funktioniert das sehr gut“, so der Obmann. Um Mitgliedern und Interessierten Sicherheit mit den Geräten zu ermöglichen, hat er auch schon einen Sensenmähkurs abgehalten.
Viele kleine Aktionen
Daneben macht der Verein mit Kleinprojekten auf sich aufmerksam, zeigt etwa auf, wie man im Hausgarten ein Wildblumen-Eck gestaltet. „Interessierte erhalten bei uns Anleitungen und zertifizierte heimische Wildblumensamen“, so Kimberger. An so manchen Ecken in der Gemeinde entstanden so Wildblumenbereiche anstelle von Rasenflächen. Im Frühjahr 2020 wurden mit den St. Ulricher Volksschülern 300 Krokus-Zwiebeln eingesetzt und Nistkästen für Vögel gebastelt. Weitere Zusammenarbeiten mit Schulen sind geplant. Auch beim Bauernmarkt Ulli ist der Verein vertreten und gibt Auskünfte.
Preisträger
Gefördert wird das Engagement des WWV St. Ulrich von der Naturschutzabteilung des Land OÖ. Im Rahmen des Naturschutzpreises Philyra erhielt der Verein überdies einen Sonderpreis, dotiert mit 1.000 Euro.
Kontakt und weitere Infos: www.wildblumenwiesenverein.at


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