Steyrer mit Kultur- und Denkmalpreis gewürdigt
STEYR. Einer der Landespreise für Kultur ging heuer an Michael Kienzer, die Stadt Steyr wurde für ihre aufwendige Restaurierung der Werndl-Gruft prämiert.

Preisträger Michael Kienzer (Steyr-Wien) durfte den mit 7.500 Euro dotierten Kulturpreis des Landes OÖ in der Kategorie Bildende Kunst entgegennehmen. Mit je 5.400 Euro dotierte Talentförderungsprämien erhielten die in Steyr gebürtigen Künstler Marlene Maier (Interdisziplinäre Kunstformen) und Martin Veigl (Bildende Kunst).
Familiengruft renoviert
Die Stadt Steyr ist für ihre Maßnahmen in der Werndl-Gruft auf dem Steyrer Tabor-Friedhof mit einem Landespreis für Denkmalpflege ausgezeichnet worden. Die Jury honorierte die „aufwändige, mit viel Erfahrung und außerordentlichem handwerklichen Können umgesetzte Restaurierung.“
Die Familiengruft ist 1899 zum Andenken an den Messerfabrikanten Ludwig Werndl und dessen Familie errichtet worden. In die Rückwand der Gedenkstätte hat man die Namen Ludwig Werndl, Caroline Werndl (Gattin von Ludwig Werndl) und Marie Werndl (Tochter) eingemeißelt. Die Gedenktafel am Steinsockel erinnert an den Sohn Leopold Werndl.
Ludwig Werndl war der zweitjüngste Bruder des Industrie-Pioniers Josef Werndl. Er starb am 14. April 1890 im 53. Lebensjahr. Caroline Werndl starb mit 29 Jahren, ihre Tochter Marie lebte nur zehn Monate. Der Sohn Leopold Werndl fiel im Ersten Weltkrieg an der Ostfront. Sein Sarg ist nicht in der Gruft, man hat den Leichnam in Polen beigesetzt. Ludwig Werndl hat unter anderem den Wiederaufbau des Turms der Stadtpfarrkirche und den Bau der Steyrtalbahn unterstützt. Sein Sohn Leopold hat sein ganzes Vermögen der Stadt Steyr vermacht. Nach ihm ist die Leopold-Werndl-Straße benannt.
Die Restaurierung des Denkmals hat 90.000 Euro gekostet.


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