„Gemeinde hilft, wo sie kann“
SIERNING. Bürgermeister Richard Kerbl spricht im Tips-Interview über seine ersten Monate als Bürgermeister, Corona, Flüchtlinge, Bau-Projekte und die Wichtigkeit der Vereine.

Tips: Vor einem halben Jahr wurden Sie zum Bürgermeister in Sierning gewählt. Wie viel Freude macht das neue Amt?
Richard Kerbl: Es war auf alle Fälle die richtige Entscheidung, ich habe noch keinen einzigen Tag bereut. Auch wenn es kein leichtes Jahr war, bereitet mir die Arbeit als Bürgermeister jeden Tag aufs Neue viel Freude. Außerdem möchte ich gemeinsam mit meinem tollen Team noch vieles bewegen.
Was zeichnet die Marktgemeinde besonders aus?
Da fallen mir ganz spontan zwei Dinge ein. Erstens das Miteinander in unserer Gemeinde: Gerade in diesen herausfordernden Zeiten – Stichwort Corona oder Stichwort Ukraine-Flüchtlinge – sind der Zusammenhalt und das Engagement in Sierning spürbar. Zweitens: unsere schöne Natur – wir haben so viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in der Natur, sei es am Ufer der Steyr, im Leithenholz oder auch die zahlreichen Spazierwege und Spielplätze.
Was sind die größten Herausforderungen?
Die Corona-Pandemie hinterlässt nach nunmehr zwei Jahren Spuren in unserer Gesellschaft. Wir müssen extrem aufpassen, dass es nicht zu einer Spaltung kommt. Es muss unser gemeinsames Ziel sein, dass sich die Menschen wieder mit gegenseitigem Verständnis, Respekt und Wertschätzung begegnen! Und wir müssen unseren Kindern und Jugendlichen – die größten Leidtragenden der Pandemie – wieder ein attraktives soziales Umfeld bieten.
Wie geht Sierning mit der aktuellen Flüchtlingssituation um?
In der Mittelschule konnte Platz für 60 Flüchtlinge (Frauen und Kinder) geschaffen werden. Sie werden nach ihrer Ankunft vom Roten Kreuz erstversorgt und registriert, um danach auf Unterkünfte in verschiedenen Orten aufgeteilt zu werden. Die Gemeinde hilft, wo sie nur kann. Durchschnittlich befinden sich zwischen 25 und 50 Personen im Verteilzentrum.
Kann die Reststoff-Deponie noch verhindert werden?
Die Bürgerinitiative „Keine Deponie mitten in Sierning“ kämpft seit 2019 gegen die rund 50 Meter von Siedlungshäusern entfernte Baurestmassen- und Bodenaushubdeponie. Letztendlich wird nun das Gericht darüber entscheiden, ob die Baurestmassendeponie kommt oder nicht. Die Gemeinde hat hier kein Mitspracherecht mehr.
Welche Infrastruktur-Projekte stehen an?
Die Sanierung der Volksschule Sierninghofen/Neuzeug sowie Neubauten des Altstoffsammelzentrums, der Rot-Kreuz-Dienststelle und des Musikheims in Hilbern.
Der Eislaufplatz im Schlosshof hat seine erste Saison hinter sich. Wie fällt die Bilanz aus?
Der Eislaufplatz wird sehr gut angenommen, ganz besonders von den Sierninger Schulen. Das freut mich sehr.
Wie ist es um das Vereinsleben in Sierning bestellt?
Das Vereinsleben ist aufgrund der Corona-Pandemie lange stillgestanden. Oft ging das Gefühl der Zusammengehörigkeit verloren. Wir müssen unsere Vereine unterstützen – denn sie sind die Basis für ein geselliges Leben in der Gemeinde. Jetzt gilt es, wieder so viele Mitglieder und Ehrenamtliche als möglich zu mobilisieren.


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