Steyrer FH-Studenten sammelten Erfahrungen in Zagreb und Budweis
STEYR. Nicht immer muss die Partneruni für ein Auslandssemester weit entfernt sein, wie die Bespiele der Steyrer FH-Studenten Marian Ojdanic und Tobias Brandstetter zeigen.

Der 25-jährige Tiroler Marian Ojdanic stand als Marketing-Buchhalter und Logistik-Manager bereits mehrere Jahre fest im Berufsleben. „Ich fühlte mich aber nicht gefordert, war beruflich unglücklich“, erzählt Ojdanic und begann deshalb im Herbst 2024 das Studium Internationales Logistik Management (ILM) an der FH Steyr.
Im dritten Semester sammeln die ILM-Studenten Erfahrungen im Ausland, Ojdanic ging nach Zagreb. „Meine Entscheidung war stark von meinem kroatischen Migrationshintergrund geprägt. Ich wollte das Land nicht nur im Rahmen eines Sommerurlaubs oder eines kurzen Besuchs zu Weihnachten erleben, sondern über einen längeren Zeitraum wirklich dort leben und studieren.“
Die Lehrveranstaltungen fanden überwiegend auf Englisch statt, es gab jedoch auch Unterricht auf Kroatisch. „Im Vergleich zu Österreich unterscheidet sich das Studiensystem vor allem dadurch, dass das Semester in zwei Hälften unterteilt ist, in denen jeweils unterschiedliche Module behandelt werden“, erzählt der FH Steyr-Student.
Er konnte nicht nur alle Prüfungen erfolgreich in Zagreb ablegen, sondern auch sein Sprachniveau verbessern. „Ich bin zweisprachig aufgewachsen, dennoch ist mein Kroatisch ausbaufähig. Der Alltag vor Ort bot mir zahlreiche Gelegenheiten, neue Wörter zu lernen.“
Entspannte Lebensweise
Ojdanic war an der Universität in Zagreb der einzige Student aus Österreich, die vier Monate in der Hauptstadt lebte er in einer kleinen Wohnung. „Der Lebensstil der Kroaten ist insgesamt sehr entspannt – es braucht schon einiges, um jemanden aus der Ruhe zu bringen, vieles wird gelassen gesehen“, erzählt der 25-Jährige.
Ein deutlicher Unterschied zu Österreich sei das große Angebot an regionalen Lebensmitteln. „Besonders beeindruckt hat mich der Dolac-Markt, auf dem es von Obst und Gemüse über Käse, Wurst bis hin zu Fleisch alles gibt, was das Herz begehrt. Dadurch machte auch das Kochen deutlich mehr Spaß.“
Die Freizeit gestaltete er mit Kaffeehaus- und Restaurantbesuchen mit seinen Studienkollegen oder sportlich beim Padel-Tennis oder im Fitness-Studio. „Zagreb bietet zudem zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen. Besonders im Dezember überzeugt die Stadt mit einem wunderschönen Weihnachtsmarkt. Auch das Nachtleben ist vielfältig“, sagt Ojdanic.
Pendeln nach Budweis
Noch näher lag die Partneruni für ILM-Student Tobias Brandstetter. Der 21-Jährige verbrachte sein Auslandssemester in Budweis, das lediglich 125 Kilometer von Steyr entfernt liegt. „Zugegeben, Budweis war nicht meine erste Wahl“, erzählt Brandstetter, der mit der Entscheidung dann aber recht zufrieden war. „Ein guter Freund, der zwei Semester dort studiert hat, gab mir die Empfehlung.“
Die Vorlesungen an der „Economic Faculty“ seien ähnlich wie in Österreich abgelaufen. „Grundsätzlich sprechen alle Professoren Englisch, jedoch mit variierender Verständlichkeit. Manchmal musste mit Hand und Fuß kommuniziert werden, aber das waren Ausnahmen“, erzählt Brandstetter, der gemeinsam mit seinem Steyrer Studienkollegen Simon Heiml an der Uni in Budweis war: „Wir hatten eine richtige Gaudi.“
Auto statt Wohnung
Weil sich die Wohnungssuche als schwierig herausstellte, entschied sich das Duo zum Pendeln mit dem Auto. „Wir hatten nur zwei bis drei Tage pro Woche Uni und stellten fest, dass das die billigere Variante war“, so Brandstetter. Die deftige tschechische Küche zu guten Preisen bleibt dem Amstettner in guter Erinnerung. „Unser Lieblingsrestaurant lag direkt am Hauptplatz.“
Beruflich beschreibt Brandstetter seine Ziele so: „Ich möchte entlang der Wertschöpfungskette einen verantwortungsvollen Beruf innehaben, möglichst mit internationalen Zielen und ständig wechselnden Herausforderungen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden