Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Steyrer Vizebürgermeister: "Es ist fünf vor 1934“

Robert Hofer, 16.02.2026 08:09

STEYR. Beim Februargedenken auf der Ennsleite waren 200 Teilnehmer dabei.

SPÖ-Bezirksparteivorsitzende Katrin Auer hält den Schirm über Redner Michael Schodermayr. (Foto: Mader Klaus Fotografie)

Eine eindringliche Mahnung enthielt die Gedenkrede des Steyrer Vizebürgermeisters Michael Schodermayr (SPÖ) am 12. Februar: „Es ist fünf vor 1934!“ Er spannte mit klaren Worten einen Bogen vom Arbeiteraufstand, der 1934 das Ende der Demokratie besiegelte, bis in die jüngere Vergangenheit und zu aktuellen Ereignissen. Mehr 200 Teilnehmer trotzten dem mitten in die Kundgebung platzenden Regen.

Schodermayr, er ist auch Vorsitzender Volkshilfe OÖ, sagte: „Im neuesten Rechtsextremismus-Bericht wird auf 220 Seiten die größte Fraktion im Nationalrat 252 Mal genannt. Ein Allzeithoch. Die Kickls in unserem Land werden immer mehr. Und sie werden immer lauter und dreister und penetranter in ihrem Auftreten. Auch hier bei uns in Steyr.“

Damit bezog sich der Stadt-Vize auf die sogenannten Spaziergänger. Die Versammlungsfreiheit bezeichnete Schodermayr als hohes Gut, welches von Arbeitern, von Demokraten erkämpft worden war. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns dieses Grundrecht nicht von Rechtsaußen nehmen lassen.“

Scharfe Kritik an RTV

Versammlungsfreiheit sei kein Freibrief für Menschenverachtung und Tarnmantel für autoritäre Ideologien. Scharfe Kritik richtete Schodermayr an den von der Wochenzeitung Falter als „Verschwörungssender“ bezeichneten Sender RTV. „Mit Inbrunst verbreitet er eine toxische Mischung aus Alternativen Fakten, Verschwörungstheorien, Halb- und Unwahrheiten.“ Und RTV sei eine Bühne für Rechtaußenvertreter und identitären Ideologen.

Das Trump-System kam in der Rede ebenfalls als warnendes Beispiel vor. „Die USA, ehemalige Vorzeigedemokratie, führen uns seit einem Jahr eine makabre Realityshow vor, in der wir die Implementierung des Faschismus mitverfolgen können.“

Schodermayr sagte, den Ruf „Wehret den Anfängen“ hätten wir zu wenig ernstgenommen. Er warnte davor, in Lethargie und Resignation zu verfallen und zitierte den Aufklärer Georg Lichtenberg: „Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen!“

Kerzen und Kränze

Die Gedenkfeier fand beim Mahnmal im Park an der Wokralstraße (Ennsleite) statt. Traditionell wurden Kränze, Kerzen und rote Nelken bei Mahnmal niedergelegt. Bei der alljährlich von der SPÖ organisierten Kundgebung am 12. Februar waren Vertreter anderer Parteien dabei, ebenso eine Abordnung der Pfarre Ennsleite, der Jungen Generation und der Sozialistischen Jugend sowie der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer und der Gewerkschaften.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden