Saison bringt viel frischen Wind auf die Almhütten der Nationalpark-Region
REGION STEYR. Die Wanderlust ist zurück auf den Almen: Seit Mai haben zahlreiche Hütten wieder ihre Türen geöffnet – vielerorts stehen neue Gesichter an Herd und Ausschank.

Im Nationalpark Kalkalpen sorgen heuer gleich zwei Hütten-Teams für neuen Schwung. Auf der beliebten Ebenforstalm gehen Elisabeth Buchriegler und Markus Teufel in ihre erste Saison: „Unser Fokus liegt auf regionalen Schmankerln und einer herzlichen Bewirtung der Gäste“, sagt Teufel. Für die gebürtige Reichramingerin Buchriegler ist die neue Aufgabe mehr als ein Job: „Ich habe als Kind schon oft beim Viehauftrieb geholfen und habe daher eine besondere Verbindung zur Ebenforstalm.“
Auch die Anlaufalm hat heuer neue Gastgeber – Melanie Wildauer und Andreas Gahleitner heißen die oben anzutreffenden Bewirtschafter: „Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber willkommen fühlen, gut essen und neue Energie tanken können. Die Freude auf eine erfolgreiche Saison ist groß“, sagt Gahleitner. Erneut fix im Nationalparkgebiet zugegen sind Maria Hahn beim Jägerhaus im Bodinggraben und die Familie Hörmann auf der Blahbergalm im Reichraminger Hintergebirge. Zudem bleibt die Große Klaushütte in bewährten Händen: Karoline und Johann Kopf sorgen mit Hausgemachtem für eine lohnende Rast.
Zwischen Ansturm und Baustelle
Hier wie ein paar Kilometer weiter zeigt sich während der Saison immer wieder, wie gefragt die gemütliche Hütteneinkehr ist. Seit dem Pächterwechsel 2025 hat sich der Andrang auf der Anton-Schosser-Hütte auf der Hohen Dirn gar vervielfacht, berichtet Markus Deichstetter, Obmann des Alpenvereins Steyr. Mit Claudia Breitenstein und Herbert Brem hat sich die Voralpenhütte zum Besuchermagneten entwickelt. Ihren Teil dazu beitragen ein kurzweiliger Anstieg und die Aussicht am Ziel. Zu Mittag geht es oben daher oft rund – Küche und Stromnetz stoßen an ihre Grenzen. Dringende Investitionen stehen innen wie außen an, so Deichstetter. Für die Umsetzung sorgt ehrenamtlich Hüttenwart Rudi Kerbl. „Ein gutes Auskommen zwischen Hüttenwart und Wirt ist uns sehr wichtig – ohne geht es nicht“, weiß Deichstetter.
Im Gesäuse wird derweil an der Ennstalerhütte geschraubt und geklopft. Sie wird ebenfalls von der Steyrer Alpenvereins-Sektion mühevoll modernisiert. Ziel ist das Umweltgütesiegel: Die Materialseilbahn soll künftig elektrisch laufen, Photovoltaik die Energie liefern, auch die Abwasseranlage gehört saniert. Hüttenwart Wolfgang Wizani treibt all das voran, während Burgi und Ernst Brunnmayr den laufenden Betrieb stemmen. Um den Betreibern das Leben zu erleichtern, sei die Mithilfe der Gäste wichtig, so Deichstetter: „Wir haben immer wieder verstopfte Leitungen: Falsche Abfälle verursachen hohe Aufwände und Kosten.“
„Handfeste Herausforderungen“
Welche Mühen hinter dem Alm-Idyll stecken, wissen die ehrenamtlichen Warte der Stallburgalm. Die Hütte der Naturfreunde Weyer ist soeben in ihre 76. Saison gestartet. Elke und Engelbert Naschberger kümmern sich mit ihrem Team an Samstagen, Sonn- und Feiertagen um Gäste und Betrieb, heuer ist es ihr drittes Jahr: „Es klingt sehr romantisch: Berge, Natur, frische Luft – doch die Praxis bringt handfeste Herausforderungen mit sich.“ Dinge, die im Tal selbstverständlich seien, müssten oben gut geplant und sparsam genutzt werden. Ihre Besucher verwöhnen die Naschbergers mit regionaler Hausmannskost und hausgemachten Mehlspeisen.
Als besonders beständig erweist sich das Team auf der Ennser Hütte in Großraming: Helga und Erwin Zeiselberger gehen in ihr 14. Jahr. Aktuell sucht das Team Verstärkung für die Küche, eine Wochenend-Aushilfe im Service oder jemanden, der im August einen Ferialjob mit Bergpanorama antreten möchte.


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