Trockenheit setzt Almen auch in der Region Steyr zu
REGION STEYR/MARIA NEUSTIFT. Hitze und Trockenheit machen vielen Almen zu schaffen. Wasser wird knapp, Gras wächst schlechter nach. Das Beispiel der Familie Eisenführer aus Maria Neustift zeigt, wie eng Almen mit den bäuerlichen Betrieben verwoben sind.

Anfang August mussten auf ersten Almen Tiere früher ins Tal: Auf trockenen Flächen wächst weniger Futter nach. Zugleich führen manche Quellen weniger Wasser. Das trifft nicht nur die Alm selbst. Es belastet auch die Höfe im Tal, denn dort fehlen später Futterreserven.
Wie eng Alm und Heimbetrieb zusammenhängen, zeigt die Familie Eisenführer in Maria Neustift. Ihre Freithofbergalm, wo die Familie Wanderer mit hofeigener Jause stärkt, ist Teil ihres Milchviehbetriebs. Susanne Eisenführer hält unter anderem Milchkühe und Jungrinder; fünf bis sechs Jungrinder verbringen jedes Jahr die Monate Mai bis Oktober auf der Alm, halten dort die Wiesen offen. Während die Tiere oben grasen, bleiben unten am Hof mehr Flächen für Futter frei.
Genau dieses Zusammenspiel wird bei langer Trockenheit zum Problem: Fehlt oben das Gras, müssen die Tiere früher zurück - der Futterbedarf am Hof steigt. Regina Aspalter, Obfrau der Bezirksbauernkammer Steyr, erklärt: „Die Alm entlastet die Flächen am Heimbetrieb und eröffnet mit Direktvermarktung und Almausschank zusätzliche Möglichkeiten. Gerade heuer sehen wir, wie abhängig dieses System von der Natur ist.“
Wasser wird zum Schlüsselfaktor
Noch deutlicher zeigt sich die Lage beim Wasser. Ein Rind braucht an heißen Tagen rund 70 Liter pro Tag. Bei Mutterkühen sind es rund 120 Liter, bei Milchkühen bis zu 180 Liter. Quellen mit wenig Wasser reichen dann schnell nicht mehr aus.
Wie sich Almen darauf vorbereiten können, zeigt die Gschwendtalm in Großraming. Dort wurde ein Speicher mit 150 Kubikmeter Inhalt errichtet. Er versorgt 45 Rinder. Bei rund 3.000 Litern Verbrauch pro Tag reicht das Wasser für etwa 50 Tage.
„Wasser wird zu einer Schlüsselfrage für die Zukunft unserer Almen. Wir müssen Niederschläge dann speichern, wenn sie vorhanden sind, damit sie in längeren Trockenphasen zur Verfügung stehen“, erklärt Hubert Ischlstöger, Almbeauftragter des Landes OÖ. Dafür gäbe es keine Lösung von der Stange. „Jede Alm braucht abhängig von Gelände, Quellen, Tierbestand und Erschließung ein eigenes Konzept.“ Entscheidend sei, frühzeitig zu planen und langfristig zu investieren.
Das Land setzt bei der Almförderung einen Schwerpunkt auf die Wasserversorgung. „Unsere Almbäuerinnen und Almbauern können das Wetter nicht beeinflussen. Wir können ihnen aber helfen, ihre Betriebe besser auf Trockenperioden vorzubereiten“, sagt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Gefördert werden etwa Quellen, Speicher und Leitungen. Anlagen für Tränkewasser werden mit 50 Prozent unterstützt.
Immer weniger Tiere auf der Alm
Neben Hitze und Wassermangel gibt es ein zweites Problem: Immer weniger Betriebe treiben Tiere auf die Alm. 2025 waren es in Oberösterreich 570 Tierhalter. Das sind rund 140 Betriebe weniger als noch im Jahr 2010.
„Eine offene Alm bleibt nur offen, wenn sie auch bewirtschaftet wird“, betont Johann Feßl, Obmann des Almvereins OÖ die Rolle der Tiere bei der Landschaftspflege. „Wo weniger Tiere weiden und weniger Hände mitarbeiten, kommen Sträucher und Bäume rasch zurück. Das bedeutet für die verbliebenen Almbauern noch mehr Arbeit. Wenn wir die Almen auch in Zukunft als Weideflächen und Erholungsraum erhalten wollen, brauchen wir genügend Betriebe, die bereit sind, diese Arbeit zu übernehmen.“








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