STEYR. Christoph Bräuer hat sich für die Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft im Klettern qualifiziert. Er startet – als einziger Oberösterreicher in seiner Altersgruppe – in allen drei Disziplinen: Vorstieg, Boulder und Speed. Die Wettkämpfe finden von 30. August bis 10. September in Innsbruck statt.

Der Schüler des BRG Steyr nimmt an Kletterwettbewerben teil, seit er neun Jahre alt ist – und das höchst erfolgreich. Mehrere Landesmeistertitel und oberösterreichische Klettercup-Gesamtwertungen hat er seitdem gesammelt. Dass er auch österreichweit zu den besten Kletterern gehört, hat Christoph Bräuer erst im Juni bewiesen. Im Austria-Cup erreichte er in der Disziplin Vorstieg (Lead) den dritten Platz.
Klettern wird olympisch
Dass bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck die Früchte hoch hängen, ist dem Schüler bewusst: „Vor einem Jahr habe ich von einer WM-Teilnahme noch nicht einmal geträumt. Ein riesiger Erfolg wäre es, wenn ich beim Bouldern oder im Vorstieg ein Halbfinale erreiche. Ich bin mit einem Alter von 14 Jahren einer der jüngsten in meiner Altersklasse.“ Dass er auch für die Disziplin Speed nominiert wurde, kommt für Bräuer überraschend. „Geschwindigkeitsklettern ist nicht meine Stärke, das erinnert eher an Leichtathletik als ans klassische Klettern.“ Ganz außer Acht gelassen könne diese Disziplin aber nicht werden. Bei den kommenden olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 ist Klettern erstmals in der Geschichte im Programm, allerdings nur in einer Kombiwertung aus allen drei Disziplinen.
Intensives Training
Seit einem Jahr wird Christoph Bräuer von einem Trainer des Nationalkaders systematisch trainiert. Zumindest 20 Stunden in der Woche verbringt der 14-Jährige in der Senkrechten – vor allem in der neuen Kletterhalle Steyr und an den Felsen des unteren Ennstals. Andere Hobbys stehen hintan. Die Fußballschuhe, die er beim Atsv Stein geschnürt hat, hängen vorerst am Nagel. Auch für das Saxophon-Spielen, das er leidenschaftlich seit dem Kindesalter betrieben hat, bleibt derzeit keine Zeit.
In die Wiege gelegt
Mit dem Klettern hat Bräuer schon im Alter von drei Jahren begonnen, mit zwölf bewältigte er im Fels bereits Routen im zehnten Schwierigkeitsgrad. Die Leidenschaft für Senkrechtes und Überhängendes hat Christoph von seinen Eltern geerbt, die beide Extremkletterer sind. Vater Franz Bräuer hat sich vor allem im Gesäuse mit dutzenden, zum Großteil extremen Erstbegehungen einen Namen gemacht. Mutter Karin bewältigte Routen bis zum neunten Schwierigkeitsgrad. Gemeinsam kletterte das Ehepaar unter anderem durch die Nordwand der großen Zinne und durch die Dachl-Diagonale im Gesäuse.


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