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STEYR. Vorwärts begeistert beim Derby gegen Ried 3.200 Zuschauer und holt beim Comeback in der 2. Liga verdient einen Punkt.

Vorwärts bejubelt den 1:1-Ausgleich. Foto: Moser
  1 / 2   Vorwärts bejubelt den 1:1-Ausgleich. Foto: Moser

Die letzten Wochen waren für das kleine Funktionärsteam der Vorwärts turbulent und anstregend, mussten doch noch viele Weichen für die Bundesliga-Rückkehr nach fast 19 Jahren gestellt werden. Der Abend verläuft dann nahezu perfekt, die Mannschaft legt sportlich einen tollen Start hin. Und das obwohl man gegen Titelfavorit Ried nach nur drei Minuten 0:1 zurück liegt.

Spiel- und kampfstark

„Ich bin stolz, wie wir den schnellen Rückstand weggesteckt haben. Das Publikum war dabei eine große Unterstützung“, sagt Trainer Gerald Scheiblehner, dessen Team nicht nur mit Kampfgeist, sondern im Verlauf der Partie auch mit spielerischen Akzenten glänzt. Der 1:1-Ausgleich von Josip Martinovic ist Marke „Tor des Monats“. Nach Kopfball-Ablage von Yusuf Efendigolu zieht der 29-jährige Kroate aus 20 Metern ab und versenkt den Ball im Kreuzeck. Gegen Ende der Partie sind die Rot-Weißen sogar dem Sieg näher. Nico Wimmer köpfelt das vermeintliche 2:1 (81.) – das Schiedsrichterteam gibt Abseits. Eine Milimeterentscheidung, wie die TV-Bilder zeigen. „Es hätten beide Mannschaften als Sieger vom Platz gehen können. Das Unentschieden ist gerecht“, bilanziert Scheiblehner. 

Furioses Bundesliga-Comeback

243 Zuschauer waren beim bisher letzten Bundesliga-Spiel des SK Vorwärts am 12. November 1999 gegen Leoben dabei. Die wenigen, die damals an einem kalten Novembertag dabei waren, erinnern sich mit Schaudern zurück. Nicht wegen der 0:2-Niederlage, sondern weil sich schon im Vorfeld abgezeichnet hatte, dass es für längere Zeit das letzte Spiel auf Bundesliga-Ebene des SK Vorwärts sein wird. Symbolisch trugen die Fans gar den Verein mit einem selbst gebastelten Sarg zu Grabe.

Harte Unterhaus-Jahre

Nach dem Finanzcrash konnte die Kampfmannschaft erst im Sommer 2001 neu starten, allerdings in der letzten Klasse. Vor allem die ersten Jahre im Unterhaus waren hart, Sponsoren schwer zu finden. Gegen Konkurrenten wie Aschach, Maria Neustift oder Kleinreifling konnte man durchschnittlich rund 500 Besucher anlocken. Eine Handvoll motivierter Funktionäre glaubte an den Klub und mit dem Aufstieg in die Bezirksliga und dem Einstieg von Jörg Rigger (Präsident und Hauptsponsor) kehrte die Euphorie zurück. Vorwärts schaffte es bis in die Regionalliga und wurde 2015 Vizemeister. Dennoch stieg Rigger aus, der Traum von der Rückkehr in die Bundesliga schien vorbei.

Neuer Weg schlägt ein

Mit einem neuen Funktionärsteam, vielen regionalen Spielern und Erfolgstrainer Gerald Scheiblehner gelang 2018 sensationell der Aufstieg in die neue 2. Liga mit 16 Klubs. Das Saisonbudget beträgt nur rund eine Million Euro, Ried hat etwa vier Millionen Euro zur Verfügung. Vorwärts versucht als reiner Amateurklub in der 2. Bundesliga zu bestehen und wird den Weg mit jungen Spielern fortsetzen und weiter in den Nachwuchs investieren.

SK Vorwärts Steyr - SV Ried 1:1 (1:1)

Vorwärts (4-2-3-1): Großalber; Halbartschlager, Gabriel, Wimmer, Ph. Bader; Himmelfreundpointner, Sulejmanovic; Lichtenberger (82. Bilic), Martinovic, Gasperlmair (63. Gotthartsleitner); Efendioglu (87. Bytyci). Ersatz: Staudinger; Pasic, Petter, Dirnberger. Trainer: Gerald Scheiblehner.

SV Ried (3-4-2-1): Kreidl; Reifeltshammer, Boateng, Kröpfl; Kerhe, Grgic, Ziegl (69. Ammerer), Schilling; Mayer (84. Hebesberger), Surdanovic (76. Takougnadi); Pecirep. Ersatz: Dmitrovic; Lugonja, Reiner, Cirkic. Trainer: Thomas Weissenböck.

Torfolge: 0:1 (3./Elfmeter) Pecirep, 1:1 (39.) Martinovic (Efendioglu).

Gelbe Karten: Ph. Bader (24. Foul), Gabriel (59. Foul); Kröpfl (80. Unsportlichkeit).

Freitag, 27. Juli 2018; S.I.S. Arena, 3200 Zuschauer

SR Sebastian Gishamer; Daniel Trampusch, Manuel Koller


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