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STEYR. Der UTC Casa Moda Steyr zeigte im Bundesliga-Play-Off-Spiel gegen Radstadt nochmals begeisterndes Tennis. Für den Einzug ins Final-Four fehlte nur ein Matchgewinn.

Vitaliy Sachko (Foto: Mader)
  1 / 2   Vitaliy Sachko (Foto: Mader)

2012 bezwang der Tscheche Lukas Rosol in einem denkwürdigen Fünfsatz-Match in Wimbledon Rafael Nadal. Neun Jahre später fand die ehemalige Nummer 23 der ATP-Weltrangliste, die für den TC Radstadt am Samstag an Position eins auflief, auf der Gleinker UTC-Anlage seinen Meister. Der 35-Jährige lieferte sich mit der Steyrer Nummer eins Vitaliy Sachko ein Match auf höchstem Niveau, das die Zuschauer wahrlich von den Sitzen riss. Der Ukrainer im UTC-Dress gewann den ersten Satz mit 6:1, ehe Rosol mit 6:3 konterte. Das Matchtiebreak, das seit vergangenem Jahr statt eines dritten Satzes gespielt wird, musste also wie so oft in dieser Saison entscheiden. Und dieses hatte es in sich. Rosol führte mit 9:6, Sachko wehrte insgesamt sechs Matchbälle in beeindruckender Manier ab und erspielte sich beim Stand von 13:12 seine erste Chance auf den Matchgewinn, die er sogleich nützte. Stehende Ovationen und ein Freudentaumel im UTC-Team waren die Folge. „Es war wohl das beste Match, das je auf der UTC-Anlage gespielt worden ist“, sagt UTC-Kapitän Stefan Minichberger.

Traxler-Brüder erfolgreich

Sachkos Match war der Höhepunkt einer hochklassigen Play-Off-Begegnung, die mit einem 3:3-Zwischenstand in die Doppel ging. Dabei hatte es gleich zu Beginn für die Steyrer schlecht ausgesehen. Philip Bachmaier, noch von den Folgen einer Lebensmittelvergiftung geschwächt, musste sich Österreichs Top-Talent Lukas Neumayer glatt in zwei Sätzen geschlagen geben. David Pichler konnte eine 5:2-Führung im ersten Satz gegen den Deutschen Sebastian Prechtel nicht nützen und unterlag 5:7, 2:6. Johannes Fleischmann machte zwar einen 4:6, 2:5-Rückstand gegen Benedikt Emesz wett, holte den zweiten Satz mit 7:5, konnte aber den Schwung des Satzgewinns nicht ins Matchtiebreak mitnehmen und unterlag dort mit 4:10. Die Aufholjagd startete Vize-Kapitän Dominik Traxler, der an Position sechs Gerald Kamitz mit 4:6, 6:2, 10:7 niederrang. Sein Bruder Simon Traxler ließ gegen Daniel Geib beim 6:2, 6:3 nichts anbrennen und nachdem Sachko das Steyrer Publikum zum Beben gebracht hatte, stand es 3:3 vor den Doppeln.

Minichberger beendet Bundesliga-Karriere

In diesen hatten die Radstädter dann aber das bessere Ende für sich. Das Duo Fleischmann/Bachmaier unterlag glatt gegen Prechtel/Nareyka. Und nachdem Sachko mit Kapitän Stefan Minichberger (40), der das letzte Bundesliga-Match seiner Karriere bestritt, das Kunststück aus dem Einzel gegen Rosol/Kamitz nicht ganz wiederholen konnte, war die Begegnung entschieden. Das Steyrer Duo holte zwar einen 3:6, 3:5-Rückstand auf, hatte im Tiebreak des zweiten Satzes sogar einen Satzball, unterlag in diesem aber 6:8. Dass Simon Traxler und David Pichler gegen Neumayer/Emesz einen knappen Erfolg im Matchtiebreak feierten, war nur noch Ergebniskosmetik. „Es war ein PlayOff-Spiel, das alles zu bieten hatte. Auch wenn das Final-Four in Tulln jetzt ohne uns stattfindet, war es mit mit vier Siegen aus sechs Spielen eine sehr erfolgreiche Saison zum zehnjährigen Jubiläum in der 1. Tennis-Bundesliga“, zog Minichberger zufrieden Bilanz. Der UTC beendete die Bundesliga-Saison damit auf Platz fünf.


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