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STEYR. Ein Großteil der Betriebe bezahlt seine Mitarbeiter fair und gesetzmäßig. Jene die das nicht tun, finden sich im „Schwarzbuch“ der Arbeiterkammer (AK) wieder.

AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Klinger
AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Klinger

Oberösterreichweit ist im „Schwarzbuch Arbeitswelt“ eine Hitliste mit jenen Firmen erstellt worden, die die AK am meisten beschäftigen. Ein Betrieb aus Steyr befindet sich nicht in den Top-Ten. Den Spitzenrang nimmt ein Arbeitskräfteüberlasser aus Wien ein, der auch in der Region tätig ist. Deshalb landete auch der Fall eines 44-jährigen Personalvermittlers bei der AK Steyr. Er wurde zunächst für eineinhalb Monate vom Dienst freigestellt und in dieser Zeit wegen „Vertrauensunwürdigkeit“ entlassen. Zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte. Am Ende gab es einen Vergleich, der 44-jährige Steyrer erhielt eine Abfindung in Höhe von 6000 Euro.

Unterentlohnung

Falsche Lohn- und Gehaltseinstufungen, falsch oder gar nicht verrechnete Überstunden und Zulagen, nicht bezahlte Sonderzahlungen, Diäten oder Kilometergelder gehören für die AK Steyr zum Tagesgeschäft. „Der Großteil der Arbeitnehmer, die bei uns Rat suchen – etwa 90 Prozent –, hat in seiner Firma keinen Betriebsrat“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Klinger. Beanstandungen gibt es besonders häufig aus der Gastronomie. Den Satz „Überstunden gibt“s bei uns nicht“ bekommen Köche, Kellner und Hotelpersonal immer wieder zu hören. „Am besten ist, wenn Arbeitnehmer schon zu uns kommen, bevor es Probleme gibt. Zum Beispiel kann man den Dienstvertrag prüfen lassen, bevor dieser unterschrieben wird“, sagt Klinger. Wegen kurzer Verfallsfristen können Ansprüche oft nicht mehr eingefordert werden. Die AK setzt sich deshalb dafür ein, dass Verfallsfristen von weniger als drei Jahren für Arbeitnehmeransprüche abgeschafft werden. Weil die Fristen weder aus rechtlichen noch aus moralischen Gründen nachvollziehbar wären.

24.000 Euro erkämpft

Dass sich Hartnäckigkeit auszahlt, zeigt der Fall einer 45-jährigen Steyrerin, die als Kassierin im Bezirk Amstetten gearbeitet hatte. Sie erhielt ihr Gehalt nur zum Teil oder gar nicht. Letztlich wandte sie sich an die AK, die sich drei Jahre für die Frau einsetzte, ehe sie endlich das Geld bekam, das ihr zusteht. Insgesamt über 24.000 Euro.


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