Firma lässt sich wegen 60,53 Euro klagen
STEYR. Die Arbeiterkammer (AK) Steyr hat im Vorjahr Ansprüche in Höhe von rund drei Millionen Euro für ihre Mitglieder erkämpft.

Der Zukunftsoptimismus der Arbeitnehmer ist dramatisch eingebrochen. „Verstärkt wurde dieser Trend durch eine unnötige Standortdebatte. Realität ist nämlich, dass es mit der Wirtschaft immer leicht aufwärts geht“, sagt Oberösterreichs AK-Präsident Johann Kalliauer. Weil einige wenige Unternehmen ihre Mitarbeiter systematisch um ihr Recht bringen, müsse die Arbeiterkammer oft einschreiten.
Verfallsfristen abschaffen
„Es ist natürlich die Angst um den Arbeitsplatz da, deshalb kommen viele erst nach der Kündigung“, sagt Kalliauer. Dann können aber oft Ansprüche wegen Verfallsfristen nicht mehr geltend gemacht werden. „Verfallsfristen von weniger als drei Jahren für Arbeitnehmeransprüche müssen abgeschafft werden, weil diese weder aus rechtlichen noch aus moralischen Gründen nachvollziehbar sind“, betont Kalliauer.
Hoher Beschäftigungsstand
In den Bezirken Steyr und Steyr-Land ist der Beschäftigungsstand mit über 39.300 Arbeitnehmern aktuell sehr hoch. „Wir sind auch das ganze Jahr über mit unseren Beratungen gut ausgelastet“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Klinger. An arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen wurden im Vorjahr Zahlungen von 3,06 Millionen Euro für die Mitglieder erreicht. Häufig geht es um falsche Einstufungen im Kollektivvertrag, nicht bezahlte Überstunden oder Zuschläge. Lenkt die Firma nicht ein, wird gerichtlich geklagt. Der geringste erfolgreich eingeklagte Betrag waren im Vorjahr 60,53 Euro. „Eine Firma aus dem Malergewerbe, mit der wir schon öfter zu tun hatten, wollte eine Zulage nicht zahlen“, erklärt Klinger.


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