Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

STEYR. Über 9.000 telefonische Anfragen haben Sarah Radinger und ihr Team von der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Steyr in den letzten Monaten abgewickelt. Im Tips-Interview spricht die Bezirksstellen-Leiterin über die Sorgen der Unternehmer, die Kurzarbeit und die Möglichkeiten nach der Krise.

Sarah Radinger leitet seit zwei Jahren die WKO-Bezirksstelle. Foto: Rußkäfer
Sarah Radinger leitet seit zwei Jahren die WKO-Bezirksstelle. Foto: Rußkäfer

Tips: Wie haben sich die vergangenen Wochen und Monate in der WKO Steyr gestaltet?

Sarah Radinger: In den vergangenen drei Monaten war unser Team in der Beratung und der Interessenvertretung besonders gefordert. Die Mitarbeiter waren zu einem großen Teil im Home-office und standen unseren Mitgliedsbetrieben in erster Linie telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. Alleine am ersten Tag des Lockdowns (16. März) führten wir rund 300 Telefonate. Insgesamt behandelte unser Team seit Beginn der Corona-Krise über 9.000 telefonische Anfragen.

Tips:Wie ging und geht das Team vor Ort damit um?

Radinger: Gemeinsam mit unseren Funktionären und Mitarbeitern arbeiten wir aktuell an den bestmöglichen Rahmenbedingungen, um vom Krisenmodus in den Neustart zu kommen. Damit die Corona-Hilfen ankommen, kämpfen wir in diesem Bereich unermüdlich darum, Verbesserungen zu erreichen. Unsere Mitarbeiter sind im Dauereinsatz, um den Härtefallfonds abzuwickeln. Aber es ist auch wichtig, jetzt einen Schritt weiter zu schauen und Maßnahmen zu ergreifen, die die Konjunktur wieder in Schwung bringen.

Tips:Was bedeutet das Coronavirus in Zahlen für die Region?

Radinger: Mit Ende März gab es in der Region Steyr 6.641 WKO-Mitglieder. Das sind 17 Unternehmen mehr als im Vergleichszeitraum 2019. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Was wir sagen können ist, dass das Instrument der Kurzarbeit von den Steyrer Betrieben gut angenommen wurde. Mit Stand Mai gab es laut AMS in Steyr-Stadt und Steyr-Land 1.025 Kurzarbeitsprojekte von 953 Betrieben. Betroffen sind dabei 15.883 Mitarbeiter.

Tips:Was sind die häufigsten Anfragen bzw. gröbsten Sorgen?

Radinger: Im Servicebereich bezogen sich die häufigsten Anfragen unserer Mitgliedsbetriebe in den letzten Wochen auf die Hilfsmaßnahmen für die Betriebe – hier vor allem auf den Härtefall-Fonds bzw. den Corona Hilfsfonds – und auf die Corona-Kurzarbeit. Ebenso nachgefragt wurden Informationen zu den Einschränkungen bzw. schrittweisen Öffnungen der einzelnen Branchen und auch Länderinformationen bezüglich Ein- und Ausreise nach/aus Österreich. Mit der Einrichtung der Plattform www.lieferserviceregional.at/steyr gleich zu Beginn konnten die Sorgen der Unternehmer bezüglich Geschäftsschließungen zumindest etwas gelindert werden. Es ist damit ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung regionaler Umsätze gelungen.

Tips:Was können die Konsumenten beitragen?

Radinger: Mittlerweile hat allgemein ein Umdenken in der Bevölkerung eingesetzt. Der Einkauf mit Lieferwegen von tausenden Kilometern ist für viele nicht mehr die Lösung. Immer mehr Menschen werden sich bewusst: Regionale Produktion, regionaler Handel und regionale Dienstleistung sichern regionale Arbeitsplätze und unsere Nahversorgung. In Krisenzeiten und auch auf Dauer.

Tips:Die Infektionszahlen steigen derzeit wieder. Mit welchem Blick gehen Sie in den Sommer/Herbst bzw. bereitet man sich auf eine mögliche zweite Welle vor?

Radinger: Krisen sind immer auch Chancen, große Sprünge nach vorne zu machen. Es muss uns jetzt konsequent darum gehen, unser wirtschaftliches Leben robuster und damit weniger störungsanfällig zu machen. Dazu gehört eine digitale Transformation betrieblicher Vorgänge, wie die Automatisierung und Vernetzung mittels elektronischer Medien. Vielen Unternehmen sind rund um die aktuelle Corona-Krise die Hauptvertriebswege stark ein- bzw. sogar völlig weggebrochen. Vor allem der blockierte persönliche Zugang zu den Kunden hat sich für viele Betriebe als ein Riesenproblem gezeigt, das sie dringend lösen müssen. Aus diesem Grund ermöglicht es die WKOÖ ihren Mitgliedern, wichtige Digitalisierungs-Offensiven zu starten. So holen wir auch aus der aktuellen Krise das Beste heraus und gehen wieder mutig nach vorne.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Solarfocus schafft in St. Ulrich 40 neue Arbeitsplätze

Solarfocus schafft in St. Ulrich 40 neue Arbeitsplätze

ST. ULRICH. 30 Millionen Euro investiert Solarfocus in den Ausbau des Firmenstandortes an der Eisenbundesstraße in St. Ulrich. Dabei wird in ...

Tips - total regionalRobert Hofer
29 Prozent sind in Steyr-Land mit der Landesregierung nicht zufrieden

29 Prozent sind in Steyr-Land mit der Landesregierung nicht zufrieden

DIETACH. ÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger tourt durch die Bezirke, machte zuletzt in Dietach Station. 

Tips - total regionalRobert Hofer
Werbepreis für neuen Steyrer Markenauftritt 

Werbepreis für neuen Steyrer Markenauftritt 

STEYR. Die Stadt Steyr erhielt für ihren neuen Markenauftritt mit dem Claim „That’s y“ den Werbepreis Caesar in Bronze.

Tips - total regionalRobert Hofer
Wirtschaftspreis für sieben Unternehmer aus der Region Steyr

Wirtschaftspreis für sieben Unternehmer aus der Region Steyr

REGION STEYR. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) ehrte Unternehmer mit Herz, Mut und Ideen mit dem Franz-Kirchgatterer-Wirtschaftspreis. ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Steyrer BMW Werk stellt sich bei E-Motoren-Produktion breiter auf

Steyrer BMW Werk stellt sich bei E-Motoren-Produktion breiter auf

STEYR. 600.000 Elektro-Antriebe will BWM in Steyr künftig pro Jahr herstellen. Jetzt werden am Standort weitere 100 Millionen Euro in eine Hightech-Produktion ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Demokratiewoche in Steyr

Demokratiewoche in Steyr

STEYR. Zwischen 19. und 26. Oktober steht die Zivilgesellschaft unter dem Dach der parteiunabhängigen Plattform „Bündnis2025“ auf und feiert ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Weitere Beiträge