Weichenstellungen in der Steyrer Stadtpolitik für die Wahl 2021
STEYR. Voraussichtlich Ende September werden in Oberösterreich Landtag, Gemeinderäte und Bürgermeister neu gewählt. Tips hat sich bei den Parteispitzen in Steyr umgehört, mit welchem Team man die Wahl in Angriff nimmt.

Während die KPÖ und das Bündnis für Steyr 2015 klar am Einzug in den Gemeinderat scheiterten, schaffte Neos erstmals ein Mandat im Stadtparlament. Pit Freisais ist dort seit fünf Jahren als Einzelkämpfer seiner Partei tätig. Der 32-Jährige wird wohl auch heuer Spitzenkandidat der Neos sein. „Wir erarbeiten gerade unser Programm für Steyr und die Kandidatenliste, die im März beschlossen wird“, sagt Freisais. Personell stehen einige Änderungen an. „Wir werden eine sehr junge Liste haben, mit vielen Frauen auf den vorderen Plätzen“, so Freisais. Auf ein Reißverschluss-System (Frau/Mann abwechselnd auf der Liste) verzichtet man bei Neos.
Pohlhammer führt Grüne an
Bei den Steyrer Grünen will man im Wahljahr den Fokus wieder verstärkt auf die Klimapolitik legen. Seit einigen Wochen ist bereits fix, dass Ruth Pohlhammer (52) als Spitzenkandidatin ins Rennen gehen wird. Dahinter wird es spannend. Natascha Payrleithner (44) möchte sich aus der Politik zurückziehen, ob der aktuelle Stadtrat Reinhard Kaufmann (65) wieder einen der vorderen Plätze erhält, ist fraglich. Dafür mischt Kurt Prack (53) wieder mit, der Vorsitzende des Umweltausschusses hatte sich nach internen Streitigkeiten in den letzten Monaten öffentlich zurückgehalten. Die Kandidatenliste für die Wahl 2021 will die Ökopartei im Frühjahr festlegen.
Mayrhofer hört auf
Die ÖVP-Stadtpolitik wurde in den letzten Jahrzehnten von Gunter Mayrhofer geprägt. Der heute 62-Jährige ist aktuell als Stadtrat unter anderem für die Kultur zuständig, schon 1997 trat der Unternehmer für die ÖVP als Bürgermeisterkandidat an. Im Herbst wird Mayrhofer nicht mehr zur Verfügung stehen, das neue Führungsduo bilden Judith Ringer (53) und Markus Spöck (46). Als fix gilt, dass Bundesrätin Ringer die Spitzenkandidatin sein wird. Die Listenerstellung soll im März bzw. April abgeschlossen sein. Offen ist, ob die „Ehe“ mit dem von Michaela Frech angeführten Bürgerforum als Wahlbündnis fortgesetzt wird. „Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden“, sagt der neue ÖVP-Stadtparteigeschäftsführer Markus Tempelmayr.
Zöttl führt FPÖ an
Mit fast 27 Prozent der Stimmen schaffte die FPÖ im Jahr 2015 ein Top-Ergebnis und zehn Mandate im Gemeinderat. Vizebürgermeister Helmut Zöttl (49) wird die Freiheitlichen auch bei der Wahl im Herbst 2021 anführen. Ob der streitbare Stadtrat Mario Ritter wieder dabei sein wird, ist hingegen offen.
Vogl zeigt Präsenz
Als einzige Partei in Steyr hat die SPÖ ihre Wahlliste bereits fixiert, mit Jahreswechsel folgte der erste Generationswechsel im Gemeinderat bzw. Stadtsenat. Vom Spitzenteam 2015 wird heuer nur noch Sozialstadtrat Michael Schodermayr (61) kandidieren. Der Anfang Jänner angelobte neue Vizebürgermeister Markus Vogl (50) zeigt sich bereits jetzt sehr präsent und hat als Spitzen- und Bürgermeisterkandidat ein stolzes Ergebnis aus dem Jahr 2015 zu verteidigen. Die SPÖ setzt wie gewohnt auf ein Reißverschluss-System, auf den Plätzen zwei und vier kandidieren Anna-Maria Demmelmayr (29) und Katrin Auer. Im Auge haben die Sozialdemokraten einen fünften Sitz im Stadtsenat, dieser würde dann voraussichtlich an Christian Baumgarten (55) gehen.
Hackl geht in Pension
Nach zwölf Jahren als Stadtchef geht Gerald Hackl (63) bekanntlich im Herbst in Pension. Schon mit Jahresbeginn haben diesen Schritt seine langjährigen Stellvertreter Willi Hauser (65) und Ingrid Weixlberger (62) vollzogen.


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