Wertschätzung der Bevölkerung stärkt Landwirten den Rücken
GARSTEN. Österreichs Bauern können auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurückblicken und sind größtenteils mit der Entwicklung ihrer Betriebe zufrieden, wie eine Umfrage der Garstner Marktforschung KeyQuest zeigt.

Noch nie seit der erstmaligen Durchführung der Studie im Jahr 2010 konnte ein höherer Zufriedenheitswert gemessen werden. Mit einem Zufriedenheitsindex von 55 wurde der bisherige Topwert aus dem ersten Coronajahr 2020 (51) klar übertroffen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind laut KeyQuest-Geschäftsführer Johannes Mayr vor allem die in vielen Produktionssparten recht attraktiven Preise. „So sind beispielsweise Weizenpreise 2022 zeitweise auf über 400 Euro gestiegen und auch die von den Molkereien bezahlten Milchpreise bewegen sich auf Rekordniveau. Diese Preisentwicklung hat die Roherträge steigen lassen. Auch wenn die hohen Energie-, Futter- und Düngerpreise einen Teil dieser Mehrerträge wieder zunichte machen. In Summe konnten viele Betriebe die Erträge deutlich erhöhen.“
Regionale Lebensmittel
Aber auch die Psychologie spielt eine große Rolle. Bedingt durch die aktuellen Krisen (Corona, Ukraine, Teuerung) ist die Wichtigkeit der „sicheren Versorgung mit heimischen Lebensmitteln“ wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Damit einher geht eine höhere Wertschätzung für die Leistungen der heimischen Landwirte. Diese gestiegene Wertschätzung hat also auch unmittelbare Auswirkungen auf die Zufriedenheit. Beim Blick in die Zukunft fällt die Einschätzung der Landwirte nicht ganz so positiv aus. Gefragt nach den „Zukunftsaussichten für den eigenen Betrieb“ halten sich Optimisten und Pessimisten exakt die Waage (Daraus ergibt sich eine Optimismusrate von 0). Die Hauptursache für dieses Auseinanderklaffen von Zufriedenheit und Zukunftserwartung dürfte in der großen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der aktuellen Krisen wie auch der Märkte liegen.
Junge optimistisch
Wirft man einen Blick in die Details der Studie, so zeigen sich auch deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Betriebstypen. So ist sowohl die Zufriedenheit als auch die Zukunftserwartung stark vom Alter abhängig. Während die jüngeren Betriebsführer bis 45 Jahre überwiegend positiv in die Zukunft blicken, dominieren bei den älteren Betriebsführern die Pessimisten. Weiters sind Bio-Betriebe zufriedener und optimistischer als konventionelle Betriebe.
Direktvermarkter zufrieden
Große Unterschiede gibt es auch zwischen den verschiedenen Produktionssparten. Vor allem Betriebe, die unmittelbar Kontakt zum Endverbraucher haben, sind zufriedener und blicken auch optimistischer in die Zukunft. Besonders hervorzuheben sind hier Direktvermarkter und Urlaub am Bauernhofbetriebe. Ein unterdurchschnittliches Zufriedenheitsniveau erreichen dagegen Mutterkuhhalter, Schweinehalter und Marktfruchtbetriebe. Bei der Marktfruchtbetrieben wird die Stimmung vor allem durch die hohen Düngerpreise, aber – besonders in den Trockengebieten – auch durch die negativen Folgen des Klimawandels geprägt. Bei den Schweinehaltern ist es vor allem die Diskussion um Haltungsformen und Tierwohl, die den Betriebsführern Sorgen bereiten.


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