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STEYR. Benjamin Liedlbauer ist gelernter Elektrotechniker und Vorsitzender des Jugendvertrauensrates von BMW Motoren. Er fordert 1.000 Euro im ersten Lehrjahr in allen Branchen und mehr Geld für Berufsschulen.

Benjamin Liedlbauer (Foto: Pro-Ge/Wittek)
Benjamin Liedlbauer (Foto: Pro-Ge/Wittek)

Mit 97,7 Prozent wurde Benjamin Liedlbauer im Rahmen der Pro-Ge-Bundesjugendkonferenz zum Vorsitzenden gewählt. Der gelernte Elektrotechniker ist Vorsitzender des Jugendvertrauensrates von BMW Motoren in Steyr und stand bereits seit Mai 2022 interimistisch an der Spitze der Jugendorganisation der Produktionsgewerkschaft.

In seiner Rede verwies Liedlbauer darauf, dass die Arbeitswelt durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz vor Umbrüchen stehe. Dies habe auch Auswirkungen auf die Lehrausbildung und die Facharbeiter von morgen werden sich neuen Herausforderungen stellen müssen. „Die Veränderungsprozesse in den Betrieben müssen von uns mitgestaltet werden. Wir wissen, was wir können, und wir wissen, was wir wollen“, sagt Liedlbauer. Die demokratische Mitbestimmung der Lehrlinge in den Betrieben dürfe daher nie mehr in Frage gestellt werden.

1.000 Euro im ersten Lehrjahr für alle 

Wichtig sei auch, dass man an dem Ziel festhalte, 1.000 Euro Lehrlingseinkommen im ersten Lehrjahr in allen Kollektivverträgen umzusetzen. In einigen Branchen sei dies bereits gelungen und man werde als Pro-Ge Jugend in den nächsten Jahren dafür kämpfen, dass in noch mehr Bereichen die Lehrlingseinkommen die 1.000-Euro-Hürde überspringen. „Im Zusammenhang mit den Lehrlingseinkommen dürfen wir aber nicht auf die Lehrlinge in der überbetrieblichen Ausbildung vergessen. Es ist schlicht beschämend, dass es im Jahr 2023 noch Lehrlinge gibt, die in den ersten beiden Lehrjahren mit weniger als 400 Euro brutto abgespeist werden. Hier kann und muss die Politik handeln“, betont Liedlbauer.

„Wenn wir über die Aufwertung der Lehre reden, dann muss auch über die Berufsschulen gesprochen werden. Nur drei Prozent der Bildungsausgaben fließen in Berufsschulen. Das ist eindeutig zu wenig und zeigt, welchen geringen Stellenwert die Lehrausbildung für die Politik hat“, betonte der Bundesjugendvorsitzende. Es müsse endlich eine Modernisierung der Berufsschulen mit dem Fokus auf die digitale Infrastruktur erfolgen und es brauche zeitgemäße Berufsschulzentren.

Kostenlose Hilfsangebote bei psychischen Problemen

Aufgrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie trete die Pro-Ge Jugend auch dafür ein, dass die psychische Situation von Lehrlingen und jungen Arbeitskräften mehr Beachtung findet. „Hilfsangebote müssen kostenlos und flächendeckend zur Verfügung gestellt werden und der Zugang muss niederschwellig sein. Jeder junge Mensch in einer Krise muss rasch Unterstützung finden“, sagte Liedlbauer. Man fordere daher mehr Therapieplätze auf Krankenschein, den Ausbau der psychosozialen Unterstützung an Berufsschulen sowie mehr Angebote für Mobbing- und Diskriminierungsprävention.


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