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STEYR.BEZIRK STEYR/BEZIRK KIRCHDORF. Exakt 202 Tage nach dem Start zieht das 360° Alpenland eine erste Bilanz. Bei der heutigen Pressekonferenz in der Villa Rabl in Bad Hall blickten die Verantwortlichen der neuen Tourismusdestination auf die Entwicklung der gemeinsamen Marke zurück und erklärten, wie die Bündelung der bisherigen Regionen Pyhrn-Priel, Bad Hall sowie Steyr und die Nationalpark Region den Ganzjahrestourismus stärken soll.

  1 / 4   Bei der Pressekonferenz (v. l.:) Herbert Mayr, Aufsichtsratvorsitzender Tourismusverband Alpenland; Corinna Polz, Geschäftsführerin Tourismusverband Alpenland; Tourismus-Landesrat Markus Achleitner; Barbara Resch, Stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende Tourismusverband Alpenland; und Markus Vogl, Aufsichtsratsmitglied und Bürgermeister von Steyr (Foto: what if media e.U. - Markus Kohlmayr)

Um die Stärken mehrerer Tourismusregionen zu bündeln und im Wettbewerb sichtbarer zu werden, wurde mit Jahresbeginn 2026 die neue Destination 360° Alpenland geschaffen. Sie vereint die bisherigen Tourismusverbände Pyhrn-Priel, Bad Hall sowie Steyr und die Nationalpark Region. Das sind 30 Gemeinden und rund 600 touristische Betriebe.

„Jede Woche eine Reise wert“

Ziel der neuen Tourismusstruktur in Oberösterreich sei es, starke Destinationen zu schaffen, die ihre jeweiligen Stärken bündeln und sich gemeinsam besser positionieren.

„Wir wollen weg von Saisonbetrieben, hin zu einem Ganzjahrestourismus. Wir wollen zeigen, dass die Region jede Woche eine Reise wert ist“, sagte Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner bei der Pressekonferenz in Bad Hall.

Zweitnächtigungsstärkste Tourismusdestination

Das 360° Alpenland verbindet alpine Naturerlebnisse mit den Gesundheitsangeboten der Thermenregion sowie den kulturellen und historischen Angeboten der Stadt Steyr. Mit dem Großen Priel, den Skigebieten Hinterstoder und Wurzeralm, dem Nationalpark Kalkalpen sowie rund 60 bewirtschafteten Almen sieht Achleitner gute Voraussetzungen für die weitere Entwicklung. 

Auch die Nächtigungszahlen sprechen dafür: „ Mit rund 1,17 Millionen Nächtigungen jährlich ist das 360°Alpenland die zweitnächtigungsstärkste Tourismusdestination Oberösterreichs – hinter dem Salzkammergut“, sagt Achleitner.

Das liege vorrangig an den Unternehmen, Betrieben und allen Menschen die in solchen arbeiten, aber auch an laufenden Investitionen. Als Beispiele nannte er den rund elf Millionen Euro teuren Neubau des Sessellifts am Wurbauerkogel sowie die Arbeiten im Frauenkar. Dort belaufen sich die Investitionen laut Achleitner auf 24,5 Millionen Euro, mehr als 16 Millionen Euro davon kommen als Landesförderung.

Aufgaben gebündelt

Geschäftsführerin Corinna Polz blickt auf die ersten Monate des neuen Dachverbands zurück. „Mit der Bündelung unserer touristischen Kräfte wollen wir schlagfertiger und professioneller werden“, sagt sie.

Dafür wurden Aufgaben und Zuständigkeiten neu organisiert. Der Tourismusverband übernimmt unter anderem das touristische Meldewesen für die Gemeinden. Betriebe können ihre Angebote direkt über die Website der Destination buchbar machen. Mit lokalen Tourismusforen wurden zudem neue Plattformen für den Austausch zwischen Gemeinden, Betrieben und Tourismusverband geschaffen.

Auch die Entstehung des Namens erklärte Polz: „Wie wir auf den Namen gekommen sind? Wir haben da wirklich unser aller Hirnschmalz angewandt“, erzählt sie schmunzelnd. Den entscheidenden Impuls habe schließlich eine geologische Karte geliefert. Die Alpen seien weltweit ein Synonym für Österreich. „Alpenland steht für sich“, so Polz. „Und das 360° steht wortwörtlich für ein 'Rund-um-Angebot': von Bergen und Thermen bis zu Kultur und Städten. Das ist unsere Vielfalt, die wir sichtbar machen möchten.“ 

Digitaler Gästebegleiter: Webapp „Franzi“ 

Auch bei den digitalen Angeboten soll die gemeinsame Destination Vorteile für Gäste bringen. Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Resch verweist dabei auf den neuen digitalen Gästebegleiter „Franzi“. „Stellen Sie sich eine Familie vor, die vor zwei Jahren bei uns Urlaub machen wollte. Sie hätte auf einer Website nach Wanderungen in Hinterstoder gesucht, auf einer zweiten nach der Therme in Bad Hall und auf einer dritten nach einem Stadtspaziergang in Steyr. Drei Websites, drei Buchungswege, drei Ansprechpartner“, erklärt Resch.

„Franzi“ bündelt Informationen zu aktuellen Veranstaltungen, Touren und Angeboten. Gäste sollen damit schneller passende Aktivitäten in der gesamten Region finden – egal, ob Wanderung, Stadtführung oder Thermenbesuch.

„Steyr ist ein urbaner Anker“

Für Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Mayr war der gemeinsame Weg von Beginn an entscheidend. „Für mich war von Anfang an klar: So eine gemeinsame Marke kann nur gelingen, wenn wir es auch gemeinsam tun“, sagte er. Eine erfolgreiche Tourismusmarke entstehe nicht allein durch ihren Auftritt. „Eine Marke lebt nicht durch ein Logo oder einen Claim, sie lebt durch die Menschen, die sie tragen.“

Als wichtigen Bestandteil der Destination sieht Aufsichtsratsmitglied und Steyrs Bürgermeister Markus Vogl die Eisenstadt. „Steyr ist kein Gegensatz zur alpinen Marke. Steyr ist ihr urbaner Anker“, sagte er. Die Verbindung aus Bergwelt, historischer Altstadt, Kultur, Gesundheit und Wirtschaft schaffe neue Möglichkeiten für Gäste und Betriebe gleichermaßen.

Ausbildung als Teil der Region

Rund 30 Mitarbeitende sind mittlerweile beim Tourismusverband 360° Alpenland beschäftigt. Mit Ausbildungspartnerschaften mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Weyer und der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Kirchdorf soll der touristische Nachwuchs in der Region gestärkt werden.

Wie eng Ausbildung und Tourismus zusammenhängen, zeigte sich auch bei der Pressekonferenz: Der Sternekoch Klemens Gold, Absolvent der BBS Weyer, verköstigte die Gäste mit kleinen regionalen Kreationen. Er führt zwei Lokale jeweils in Großraming und Steyr und ist selbst Mitglied des Aufsichtsrats des Tourismusverbands.

Insgesamt sieben Destinationen in OÖ:

Neben dem 360° Alpenland gibt es in Oberösterreich sechs weitere Tourismusdestinationen: Salzkammergut, Mühlviertel, Quellenviertel, Donauregion Oberösterreich, Linz und Region Wels.


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