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STÖSSING. Unter dem Titel „Wir schaffen Lebensmittel und Lebensraum“ rückte die Bezirksbauernkammer St. Pölten den Mehrwert regionaler Lebensmittel ins Zentrum und unterstrich die Zusatzleistungen, die Bauern erfüllen. Eine davon wurde am Betrieb der Familie Blamauer in der Gemeinde Stössing ersichtlich. Als Pferde-Einstellbetrieb präsentierte Betriebsführer Rudolf Blamauer einen möglichen Weg der Landwirtschaft. Aber auch klassische Wirtschaftsformen wie Nutztierhaltung wurden vor den Vorhang gebeten.

(v.l.) Jung-Landwirt Rudolf Blamauer, Bürgermeister von Stössing Rupert Hobl, Landeskammerrat Johann Krendl, Landwirt Rudolf Blamauer sen., Maschinenring-Obmann von Neulengbach-Tullnerfeld Karl Hollaus, Kammerobmann Anton Hieger, Fachexperte für Pferdezucht und -haltung Leopold Erasimus, Pferdezucht-Verbandsobmann Johann Reisenbacher sowie Gebietsbäuerin von Neulengbach Roswitha Hollaus, Landtagsabgeordnete Doris Schmidl, Gemeinderätin von Kirchstetten Margarethe Maron und Gebietsbäuerin von St. Pölten Hermine Schaberger Foto: LK NÖ/Eva Lechner

Bäuerliche Nutztierhaltung und Landschaftspflege sind untrennbar miteinander verbunden. „Rund 2500 landwirtschaftliche Betriebe gibt es bei uns im Bezirk. Insgesamt bewirtschaften sie eine land- und forstwirtschaftliche Fläche von unglaublichen 105.600 Hektar. Vom Wein- und Obstbau über Ackerbau mit Schweinehaltung oder Rindermast bis hin zur Milchviehhaltung ist bei uns praktisch jede Produktionssparte vertreten“, erklärt Bezirksbauernkammer Obmann Anton Hieger.

Landschaftspflege

Diese Vielfalt werde nicht nur bei den Produkten ersichtlich. Auch die Landschaften seien ganz eng mit den Leistungen der Bauern verbunden. „Man vergisst aber gerne, wer hinter unseren einzigartigen Landschaften steht. Wer denkt beim Joggen, Radfahren, Reiten, Spazierengehen oder Urlaub machen daran, dass es Bauern sind, die neben ihrer Arbeit auf dem Acker oder im Stall auch noch Wiesen und Wälder bewirtschaften, Wege in Stand halten und uns regionale Spezialitäten auf den Tisch bringen“, erklärt Landtagsabgeordnete Doris Schmidl.

Konsum hat weitreichende Folgen

„Egal ob es um den Griff ins Kühlregal beim Nahversorger geht oder darum, was wir in der Kantine zu Mittag essen: Unsere Wahl hat immer weitreichendere Folgen, die man nicht auf den ersten Blick erkennen kann“, sind sich Schmidl und Hieger einig. Die Landwirte bräuchten den Griff nach ihren Produkten. Das sei eine konkrete Unterstützung der heimischen Betriebe. Die bewusste Entscheidung für Produkte aus der Region sei somit die größte Wertschätzung für bäuerliche Familienbetriebe.

Freizeitaktivitäten gewinnen als Einkommens-Standbein an Bedeutung

Dabei suchen immer mehr Betriebe Schmidl zufolge auch den direkten Kontakt zu ihren Kunden. Buschenschänker, Direktvermarkter oder Urlaub am Bauernhof-Anbieter haben sich damit auf unterschiedliche Art und Weise ein zweites Standbein für ihren Betrieb geschaffen. Aber auch die Haltung von Reitpferden erfreut sich zunehmend an Bedeutung. Eine Sparte, welche die Gäste am Hof von Rudolf Blamauer in Stössing eingehend unter die Lupe nehmen konnten.

Pferdehaltung

Dabei gab der Betriebsleiter einen Einblick in die vielfältigen Herausforderungen seiner Sparte: „Pferde bevorzugen rohfaserreiches Heu. Unsere Wiesen werden daher wenig gedüngt und spät gemäht, erst nach der Blüte. Das fördert die Vielfalt an Blumenwiesen, Kräutern und Gräsern. Auf die österreichische Pferdewirtschaft bezogen wird so auf etwa 130.000 Hektar Grünland ein wertvoller Beitrag zum Arten- und Naturschutz geleitstet. Leider wird das zu wenig honoriert, im Gegenteil, durch die Begrenzung der pro Betrieb gehaltenen Einstellpferde auf maximal 25 Tiere sind die landwirtschaftlichen Pferdehalter gegenüber den anderen landwirtschaftlichen Tierhaltungssparten in Hinblick auf die Absicherung des bäuerlichen Familieneinkommens erheblich benachteiligt“, kritisiert Blaumauer. Egal ob Einstellpferde oder Zuchtpferde, die Anzahl der maximal gehaltenen Tiere sollte dem Landwirt zufolge wie zum Beispiel auch bei den Rindern nur an die vom Betrieb bewirtschafte landwirtschaftliche Nutzfläche gebunden sein.


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