Weltjugendtreffen in Krakau: So cool kann Glaube sein
SCHÖNAU. Glaube ist echt cool – diese Erfahrung machten hunderttausende junge Erwachsene beim Weltjugendtreffen im polnischen Krakau. „Mit so vielen Menschen eine heilige Messe zu feiern ist das Geilste, was du machen kannst“, steht Judith Zeitlhofer (25) noch ganz im Bann des Erlebten. Die Schönauerin hat die Reise nach Polen für die Katholische Jugend OÖ organisiert.

Schon die nächtliche Anreise im „Praytrain“, dem „Gebetszug“, mit Diözesanbischof Manfred Scheuer war „überraschend cool“, sagt Judith Zeitlhofer. Neben der Möglichkeit zu Beichte und Gebet, gab es auch einen Partywaggon. „Die gute Stimmung hat man drei Waggons weiter noch gespürt“, berichtet Zeitlhofer, die bei der Katholischen Jugend OÖ seit Jänner 2014 als Referentin für Großveranstaltungen tätig ist.
Das erste positive Erlebnis in Krakau war – nach einem unerwarteten Fußmarsch in sengender Hitze – die Unterbringung bei Gastfamilien zehn Kilometer außerhalb der Stadt. Zeitlhofer: „Wir haben zwar zum Teil mit Händen und Füßen geredet, doch die Gastfreundschaft war unglaublich groß. Einen ersten Vorgeschmack auf das Glaubensfest mit Massen von Gleichgesinnten war das Österreichertreffen mit rund 3000 Teilnehmern in der Krakauer Dominikanerkirche. Das Stimmungsbarometer stieg kontinuierlich und erreichte beim Gottesdienst mit Papst Franziskus auf der Blonia-Wiese seinen Höhepunkt.
Gänsehaut-Stimmung
„Der Papst ist mit der Straßenbahn gekommen, und hunderttausende junge Menschen haben ihn erwartet. Als er dann mit dem Papamobil durch die Menge gefahren ist, war die Stimmung am Kochen – da steckt eine Dramaturgie dahinter, bei der man eine Gänsehaut bekommt“, erinnert sich Judith Zeitlhofer an den Moment, als Papst Franziskus in nur drei Metern Entfernung vorüberfuhr. „Einige von unserer Gruppe haben sich nach vorne gedrängt und waren sogar noch näher am Papst dran.“
In mehreren bewegenden Predigten benützte der Pontifex die Sprache der Jugend. „Er hat Begriffe wie Chillen und Selfie verwendet, das kommt bei den Jungen natürlich gut an“, weiß die Schönauerin. Am Schönsten war für sie in Krakau die Vielfalt der Nationen, die sich ausnahmslos freundlich begegnet sind. „Ich schätze, dass bei der Abschlussmesse an die zwei Millionen Menschen dabei waren – ein friedliches Zusammensein, das muss man selbst erlebt haben.“ Die Freude überstrahlte sogar eventuelle Bedenken wegen Anschlägen. „Es waren zwar Sicherheitskräfte da, und Hubschrauber sind über dem Feld gekreist, aber Angst vor Terroranschlägen hatte niemand“, weiß Judith Zeitlhofer.
Den „Spirit“ mitgenommen
Nicht einmal vor Langfingern musste man sich in Acht nehmen: „Jemand hat einen fünf Zloty-Schein verloren, was nicht einmal einem Euro entspricht, der ist ihm sogar nachgetragen worden“, beschreibt die junge Katholikin den Geist des Weltjugendtags. Diesen haben sich die Teilnehmer aus OÖ mit nach Hause genommen. „Wenn man so eine Stimmung heimträgt, hält sie eine Zeit lang an.“
Ob sie beim nächsten Weltjugendtag 2019 in Panama wieder mit dabei ist, kann Judith Zeitlhofer noch nicht sagen. „Die Anreise ist teuer. Wenn, dann wird es nur eine kleine Gruppe aus OÖ sein.“


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